Sondergipfel in Brüssel: EU berät über Beziehung zu den USA

22.01.2026 01:38

Kurz vor einem Krisentreffen der EU entschärft US-Präsident Donald
Trump den Konflikt um die zu Dänemark gehörende Insel Grönland.
Gesprächsbedarf gibt es dennoch.

Brüssel (dpa) - Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten werden
an diesem Donnerstag (19.00 Uhr) trotz der wieder einkassierten
Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump zu ihrem geplanten
Sondergipfel in Brüssel zusammenkommen. Aus dem Team von
EU-Ratspräsident António Costa hieß es, man wolle wie vorgesehen üb
er
die jüngsten Entwicklungen in den transatlantischen Beziehungen und
deren Auswirkungen auf die EU sprechen. Dazu gehöre weiterhin auch
der Grönland-Konflikt.

Ursprünglich sollte es bei dem Gipfel vor allem um die Frage gehen,
wie die EU auf Erpressungsversuche von Trump reagieren kann. Dieser
hatte am vergangenen Wochenende Strafzölle auf Waren aus Dänemark und
alliierten Ländern wie Deutschland angekündigt, weil diese seine
offensiv vorgetragenen Besitzansprüche auf Grönland nicht akzeptieren
wollen.

Am Mittwochabend entschärfte Trump den Konflikt dann überraschend und
nahm seine Strafzollankündigung zurück. Zur Begründung verwies er
darauf, dass während eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark
Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und

die gesamte Arktisregion entstanden sei. Details blieben zunächst
unklar. 

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuletzt deutlich gemacht, dass er
eine Eskalation in dem Grönland-Konflikt vermeiden will. Der
CDU-Politiker wird direkt vom Weltwirtschaftsforum in Davos zu dem
EU-Sondergipfel nach Brüssel reisen.