Lies: «Niedersächsische Wirtschaft braucht Mercosur»

22.01.2026 12:26

Mit dem Abkommen zwischen der EU und Brasilien, Argentinien, Paraguay
und Uruguay würde eine der weltweit größten Freihandelszonen
entstehen. Was Niedersachsens Ministerpräsident dazu fordert.

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies
dringt auf eine schnelle Umsetzung des umstrittenen
Mercosur-Abkommens. «Die niedersächsische Wirtschaft braucht
Mercosur», sagte der SPD-Politiker. Geplant ist ein
Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Ländern
Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay.

Lies kritisierte, dass das EU-Parlament am Mittwoch mit knapper
Mehrheit beschloss, das Abkommen durch den Gerichtshof der
Europäischen Union überprüfen zu lassen. Wie lange das Verfahren
dauert, ist offen. «Statt selbstbewusst und geschlossen mit einem
regelbasierten Abkommen die größte Freihandelszone der Welt zu
gestalten, präsentiert sich das EU-Parlament gespalten und
zögerlich», sagte Lies. Das sei ein schlechtes Signal.

Worauf der Ministerpräsident hofft

Angesichts der angespannten geopolitischen Weltlage benötige die EU
Geschlossenheit und verlässliche Handelspartner und Märkte. Er hoffe,
dass die Kommission nun einen Weg finde, der sowohl der Entscheidung
des Parlaments als auch der Umsetzung des Abkommens gerecht werde,
sagte Lies.

Das Abkommen war am Samstag nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen
unterzeichnet worden. Es soll durch den Abbau von Handelsbarrieren
und Zöllen den Austausch von Waren und Dienstleistungen ankurbeln.