Ukrainischer Ex-Grenzschutzchef in Zigarettenschmuggel verwickelt
22.01.2026 15:21
Korruption auf höchster Ebene ist ein Problem in der Ukraine. In den
Schmuggel von Zigaretten in die EU sollen dabei nicht nur Beamte des
Grenzschutzes, sondern auch Diplomaten verwickelt sein.
Kiew (dpa) - In der Ukraine läuft ein Verfahren gegen den
Ex-Grenzschutzchef und zwei Untergebene wegen der Annahme von
Bestechungsgeld für den Schmuggel von Zigaretten in die Europäische
Union. Den Ermittlungen zufolge hat das Trio im Zeitraum von Juli bis
November 2023 so mindestens 204.000 Euro erhalten. Das teilte das
Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) mit.
Insgesamt sollen 68 Autos mit gefälschten diplomatischen Kennzeichen
Zigaretten in die EU gebracht haben. Insassen seien mit
diplomatischen Pässen ausgestattete Familienmitglieder von
ukrainischen Diplomaten gewesen. Den Verdächtigen drohen bis zu zwölf
Jahren Gefängnis.
Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Ex-Chef des
Grenzschutzes um den am 4. Januar entlassenen Serhij Denejko. Er
bekleidete den Posten seit Juni 2019. Trotz eines nach 2014 neu
geschaffenen Systems von Organen zur Korruptionsbekämpfung gilt das
osteuropäische Land weiter als einer der korruptesten Staaten
Europas. Regelmäßig erschüttern Korruptionsskandale auf höchster
Ebene die in die EU strebende Ukraine.
