Trotz Trump-Wende: EU-Parlament wartet bei Zolldeal ab

22.01.2026 16:23

Das EU-Parlament legte die Arbeiten am US-Zolldeal am Mittwoch wegen
Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump nieder. Nun nahm er sie
zurück. Gibt es auch im Parlament eine Kehrtwende?

Straßburg (dpa) - Trotz der Rücknahme der Zollandrohung von
US-Präsident Donald Trump gegen europäische Länder bleibt es im
EU-Parlament vorerst bei dem Umsetzungsstopp des im vergangenen Jahr
vereinbarten Zollabkommens mit den USA. Wie es mit dem Abkommen
weitergehe, könne man erst beurteilen, wenn es Details zu der von
Trump angekündigten Rahmenvereinbarung über Grönland und die
Arktisregion gebe, teilte der Vorsitzende des Handelsausschusses im
Europäischen Parlament, Bernd Lange, mit.

Die zukünftige Grönland-Vereinbarung hatte Trump zur Begründung
seines Kurswechsels angeführt. Sie soll während eines Treffens mit
Nato-Generalsekretär Mark Rutte entstanden sein. Laut
EU-Handelspolitiker Lange sind nur Umrisse bekannt. Es gelte, genau
zu prüfen, inwiefern die Vereinbarung wirklich zustande komme und die
Souveränität der EU wahre. Erst dann könne beurteilt werden, wie es
mit dem US-Zollabkommen weitergeht, so Lange.

Handelsausschuss im Europaparlament berät am Montag

«Der Handelsausschuss des Europaparlaments wird sich schon am Montag
wieder mit dem Thema beschäftigen und über den weiteren Fahrplan
beraten», teilte Lange mit. «Für unsere Handelsbeziehungen und die
damit verbundene Investitionsentscheidungen brauchen wir Sicherheit
und Planbarkeit und keine Achterbahn», hieß es von dem
SPD-Europaabgeordneten.

Das Europäische Parlament hatte die Arbeiten zur Umsetzung des
Zollabkommens am Mittwoch formell auf Eis gelegt. Geplant ist
eigentlich unter anderem, dass Industriegüter aus den USA künftig
zollfrei in die EU eingeführt werden können. Im Gegenzug für diese
EU-Zusagen verzichtete US-Präsident Trump im vergangenen Sommer unter
anderem auf die Einführung von Sonderzöllen. Vergangene Woche
kündigte er aber Strafzölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus

Deutschland und sieben anderen europäischen Staaten an. Er wollte
damit den Widerstand gegen einen Verkauf der zu Dänemark gehörenden
Insel Grönland an die Vereinigten Staaten brechen.