Von der Leyen räumt ein: zu wenig in Grönland investiert

23.01.2026 02:45

Die jüngste Verschärfung des Grönland-Konflikts bewegt die
Kommissionspräsidentin dazu, Fehler der EU einzugestehen. Sie kündigt
weitere Schritte an - und setzt einen Eisbrecher auf die To-do-Liste.

Brüssel (dpa) - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat
vor dem Hintergrund politischer Spannungen mit den USA Fehler der
Europäer im Umgang mit Grönland und der Arktis eingeräumt. «Wir hab
en
gemeinsam zu wenig in die Arktis und die Sicherheit der Arktis
investiert», sagte die deutsche Politikerin nach einem
EU-Sondergipfel in Brüssel. Daher sei es jetzt höchste Zeit, einen
Gang höher zu schalten.

Von der Leyen äußerte sich angesichts der jüngsten Verschärfung des

Konflikts mit US-Präsident Donald Trump, der Grönland am liebsten den
Vereinigten Staaten einverleiben würde. Als Zwangsmittel hatte der
Republikaner dabei zeitweise sogar Strafzölle gegen europäische
Alliierte angedroht, die sich gegen sein Vorhaben stellten. Der
Konflikt konnte erst am Mittwochabend bei einem Treffen Trumps mit
Nato-Generalsekretär Mark Rutte anscheinend entschärft werden.

Mehr Geld, mehr Kooperation und ein Eisbrecher 

Trump hatte seinen Besitzanspruch mit sicherheitspolitischen
Überlegungen begründet. Von der Leyen erklärte, bei diesen Fragen die

Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten vertiefen zu wollen, aber
auch die mit Großbritannien, Kanada, Norwegen, Island und anderen
Partnern. «Das ist zu einer echten geopolitischen Notwendigkeit
geworden», sagte sie. 

Zudem müsse insbesondere in arktistaugliche Ausrüstung investiert
werden, also etwa einen europäischen Eisbrecher. Im nächsten
EU-Haushalt ab 2028 wolle die Kommission zudem die finanzielle
Unterstützung für Grönland verdoppeln, das zum Hoheitsgebiet
Dänemarks gehört. Von der Leyen kündigte ein «umfangreiches
Investitionspaket» an, das Brüssel demnächst vorstellen wolle.