Deutschland und Italien vertiefen Rüstungskooperation

23.01.2026 14:00

Rüstung, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Migration: Kanzler
Merz und Ministerpräsidentin Meloni treiben ihre Zusammenarbeit
voran. Wird Italien das neue Frankreich für Deutschland?

Rom (dpa) - Deutschland und Italien wollen ihre Zusammenarbeit in den
Bereichen Verteidigung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit
deutlich ausbauen. Bundeskanzler Friedrich Merz und
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni unterzeichneten bei
Regierungskonsultationen in Rom eine Vereinbarung, die mehr
Rüstungsprojekte und militärische Übungen beider Streitkräfte
vorsieht. 

Unter anderem sollen gemeinsame Projekte bei der Produktion von
Drohnen, bei Flug- und Raketenabwehr, bei Marineschiffen und
Unterwassersystemen sowie bei elektronischer Kampfführung und
Luftkampfsystemen geprüft werden. Außerdem wurde eine neue Fassung
eines 2023 vereinbarten geplanten Aktionsplans unterzeichnet. Dies
umfasst eine Zusammenarbeit in den Bereichen innere Sicherheit,
Migration bis hin zum kulturellen Erbe. 

Probleme in den deutsch-französischen Beziehungen

Der Ausbau der deutsch-italienischen Beziehungen fällt in eine Zeit,
in der es zwischen Deutschland und Frankreich nicht so gut läuft -
gerade im Rüstungsbereich. Die geplante Zusammenarbeit zwischen
Berlin und Paris für ein Luftkampfsystem FCAS steht auf der Kippe. In
der Handelspolitik hatte sich Frankreich beim Abschluss eines
EU-Abkommens mit den lateinamerikanischen Mercosur-Staaten quer
gestellt. Italien machte den Weg dagegen nach einigem Zögern frei.

Mit Blick auf einen EU-Sondergipfel zur wirtschaftlichen
Wettbewerbsfähigkeit am 12. Februar hatten Deutschland und Italien
bereits zuvor die Initiative ergriffen und Vorschläge zur Vertiefung
des EU-Binnenmarkts mit seinen rund 450 Millionen Verbrauchern, eine
Verkürzung von Genehmigungsverfahren und die Streichung von
Rechtsvorschriften erarbeitet. Früher gingen solche Initiativen
häufig von Deutschland und Frankreich als «Motor» der EU aus.