EU nimmt Sonderzolldrohung gegen USA zurück

23.01.2026 15:28

Die Deeskalation im Grönland-Konflikt sorgt für Aufatmen in Brüssel.

Die EU sendet nun wieder wohlwollende Signale nach Washington.

Brüssel (dpa) - Nach der Deeskalation im Grönland-Konflikt nimmt die
EU ihre Sonderzolldrohungen gegen die USA wieder zurück. Wie ein
Sprecher der Europäischen Kommission in Brüssel sagte, soll eine
bereits im vergangenen Jahr vorbereitete Verordnung für Abgaben auf
Importe im Wert von 93 Milliarden Euro für weitere sechs Monate auf
Eis gelegt werden. Sie wäre ansonsten am 7. Februar automatisch in
Kraft getreten. Nach Angaben des Sprechers könnten die Sonderzölle
allerdings jederzeit aktiviert werden - auch vor dem Ablauf der
neuerlichen Aussetzung um sechs Monate.

Die EU hatte die Sonderzölle angedroht, nachdem US-Präsident Donald
Trump seinerseits Strafzölle auf Waren aus Dänemark und alliierten
Ländern wie Deutschland angekündigt hatte, weil diese seine offensiv
vorgetragenen Besitzansprüche auf Grönland nicht akzeptieren wollen.
Am Mittwochabend entschärfte Trump den Konflikt dann überraschend und
nahm seine Strafzollankündigung zurück.

EU-Sonderzölle hätten zahlreiche US-Exporte betroffen

Zur Begründung verwies er darauf, dass während eines Treffens mit
Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige
Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden
sei. Details sind weiterhin unklar - Angaben aus Nato-Kreisen zufolge
sollen die USA allerdings ihre Militärpräsenz auf Grönland ausweiten

dürfen und möglicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht über
bestimmte Investitionen auf der Arktisinsel bekommen.

Das Sonderzoll-Paket der EU war im vergangenen Jahr im Zuge des
damaligen Handelskonflikts mit den USA erarbeitet worden. Es würde
den Export zahlreiche Industrie- und Agrarprodukten aus den
Vereinigten Staaten in die EU teurer machen - so etwa den von
Flugzeugen, Motorrädern, Rindfleisch, Whiskey oder Zitrusfrüchten.