Iraks Premier fordert EU zu Rücknahme von IS-Anhängern auf
23.01.2026 16:52
Die USA wollen Tausende gefangene IS-Kämpfer von Gefängnissen in
Syrien in den Irak verlegen. Der irakische Regierungschef will, dass
die Europäer ihre Staatsangehörigen selbst vor Gericht stellen.
Bagdad/Paris (dpa) - Der irakische Regierungschef Schia al-Sudani hat
die EU-Staaten dazu aufgefordert, ihre Staatsangehörigen unter
gefangenen IS-Anhängern zurückzunehmen. Das sagte al-Sudani in einem
Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, wie sein
Büro mitteilte. Die Forderung kommt vor dem Hintergrund, dass die USA
bis zu 7.000 bislang in Syrien inhaftierte IS-Kämpfer in den Irak
verlegen wollen.
Die Terrormiliz IS hatte zwischen 2014 und 2019 große Teile des Irak
und Syriens unter ihre Kontrolle gebracht. Die Islamisten zogen eine
große Zahl von Menschen aus aller Welt an, die sich ihnen
anschlossen, darunter auch Deutsche. Eine internationale Allianz
unter US-Führung besiegte die Terroristen militärisch. Erheblichen
Anteil daran hatten kurdische Kämpferinnen und Kämpfer der SDF
(Syrian Democratic Forces), die während des Bürgerkriegs eine autonom
verwaltete Region im Nordosten Syriens errichteten.
Teils sollen IS-Anhänger auf freien Fuß gelangt sein
Dort wurden bis zuletzt Zehntausende IS-Kämpfer und deren Angehörige
in Gefängnissen und Lagern von den SDF ohne Anklage und Verurteilung
festgehalten. Die syrische Übergangsregierung von Präsident Ahmed
al-Scharaa, die das Land ganz unter ihre Kontrolle bringen will,
setzte die Kurden jedoch zuletzt militärisch stark unter Druck. Teils
sollen dadurch bereits IS-Anhänger auf freien Fuß gelangt sein. Der
Verfassungsschutz zeigte sich besorgt.
Alle Länder, deren Staatsangehörige unter den Gefangenen seien,
müssten diese zurücknehmen, sagte al-Sudani der Mitteilung zufolge.
Insbesondere die EU-Staaten seien in der Pflicht, die Leute
zurückzunehmen und sicherzustellen, dass sie vor Gericht gestellt und
bestraft würden.
