Merz: «Keine Hierarchie» in Beziehungen zu Partnern
23.01.2026 17:00
Zwischen Berlin und Paris läuft es gerade nicht rund. Deshalb gibt es
Spekulationen, dass der Kanzler mehr auf Italiens rechte
Ministerpräsidentin setzen könnte als auf Macron. Er widerspricht.
Rom (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht in der
Partnerschaft mit Italien keine Konkurrenz zu den
deutsch-französischen Beziehungen. «Es gibt für Deutschland keine
Hierarchie in den Beziehungen», sagte Merz bei einem Treffen mit
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom. «Wir freuen uns
über jedes Land, mit dem wir solche engen und partnerschaftlichen
Beziehungen haben wie mit Frankreich und mit Italien. Und wir wissen,
dass wir alle nur zusammen in dieser Europäischen Union den Weg gehen
können.»
In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen gegeben, dass Merz
der Zusammenarbeit mit Italiens rechter Ministerpräsidentin künftig
den Vorzug geben könnte vor Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.
Zuletzt gab es in verschiedenen Bereichen Meinungsverschiedenheiten
zwischen Berlin und Paris. Beide Länder verbindet seit 1963 ein
Freundschaftsvertrag. Sie gelten auch als «Motor» innerhalb der
Europäischen Union.
Meloni seit mehr als drei Jahren an der Regierung
Meloni steht seit Oktober 2022 an der Spitze einer Koalition aus drei
rechten und konservativen Parteien. Inzwischen hält sich ihre
Regierung so lange wie kaum eine andere Regierung im Italien der
Nachkriegszeit. Die nächste reguläre Parlamentswahl findet im
kommenden Jahr statt. In allen Umfragen liegt Meloni mit ihrer Partei
Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) vorn. Frankreichs Präsident
Macron muss den Élysée-Palast nächstes Jahr verlassen. Nach zwei
Amtszeiten kann er nicht mehr wiedergewählt werden.
