Kreml schließt Verhandlungen mit «inkompetenter» EU-Führung aus
25.01.2026 13:40
Der seit vier Jahren in der Ukraine tobende Konflikt hat auch das
Verhältnis zwischen Russland und Europa nachhaltig gestört. Aus
Moskaus Perspektive ist der Schuldige daran klar.
Moskau (dpa) - Der Kreml hat vor dem Hintergrund der Suche nach einer
diplomatischen Lösung des Ukraine-Kriegs die politische Führung der
EU als inkompetent kritisiert und Verhandlungen mit der
EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas ausgeschlossen. Der EU-Führung fehle
es an vorausschauenden Visionären, beklagte Kremlsprecher Dmitri
Peskow im russischen Staatsfernsehen. «Das sind irgendwelche
ungebildeten inkompetenten Funktionäre, die nicht in Zukunft schauen
und das heute existierende Koordinatensystem verstehen können.»
Darunter leide das gesamte System der internationalen Beziehungen,
sagte er.
So habe sich die EU von einer ausgedachten Abhängigkeit von
russischem Öl und Gas nun in die Abhängigkeit von den USA begeben,
argumentierte er. Bei dem Rundumschlag gegen die EU-Funktionäre
musste insbesondere die aus Estland stammende Außenbeauftragte Kallas
Kritik einstecken. «Mit ihr werden wir nie auch nur irgendetwas
besprechen, auch die Amerikaner werden das nicht tun», behauptete
Peskow. Moskau werde einfach abwarten, bis sie ihren Posten räume.
Der Ärger Moskaus begründet sich vor allem auf der Unterstützung der
Europäer für die von Russland angegriffene Ukraine. Kremlchef
Wladimir Putin hatte im Februar 2022 die Invasion des Nachbarn
befohlen. Bis heute hat Russland seine Kriegsziele nicht erreicht -
auch weil die Ukraine westliche Hilfe bekommen hat. Nach dem
Amtsantritt von Donald Trump als Präsident in den USA ist der bis
dahin stärkste Verbündete Kiews allerdings ausgefallen. Trump sieht
sich lediglich als Vermittler in dem Krieg, den er vor seiner Wahl
versprach, innerhalb von 24 Stunden zu beenden.
