WhatsApp muss sich an strengere EU-Digitalregeln halten
26.01.2026 15:32
WhatsApp muss bei offenen Kanälen aufpassen: Illegale Inhalte,
Werbung, Wahlmanipulation - die EU schaut jetzt genau hin. Was
bedeutet das für Nutzerinnen und Nutzer?
Brüssel (dpa) - Der Messenger-Dienst WhatsApp vom Facebook-Konzern
Meta muss künftig strengere EU-Digitalregeln beachten. Die
Nutzerzahlen hätten eine entscheidende Schwelle erreicht, weshalb die
offenen Kanäle nun europäischen Digitalgesetzen entsprechen müssen,
wie die EU-Kommission mitteilte. Der US-Konzern hat vier Monate Zeit,
sich auf die Regeln einzustellen.
Die Brüsseler Behörde betonte, dass private Nachrichtenkanäle und
Direktnachrichten davon nicht betroffen seien. Stattdessen geht es
demnach um offene Kanäle in der App. Konkret fallen diese Teile von
WhatsApp nun unter das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services
Act, kurz DSA) - sie werden laut Kommission also ähnlich wie eine
Social-Media-Plattform angesehen.
Neben dem Schreiben und Empfangen von Nachrichten können Nutzerinnen
und Nutzer von WhatsApp auch Kanälen folgen. Die Bundesregierung,
aber auch Fußballvereine, Nachrichtenportale oder Verkehrsbetriebe
nutzen solche Kanäle, um eine große Anzahl von Interessierten zu
erreichen.
Gegen Facebook-Konzern laufen bereits EU-Verfahren
Das Gesetz über digitale Dienste soll unter anderem sicherstellen,
dass Plattformen illegale Inhalte von Dritten auf ihren Seiten oder -
im Fall von WhatsApp - Kanälen schnell entfernen. Es soll auch vor
Wahlmanipulation schützen und legt Transparenzstandards zum Umgang
mit Werbung auf Online-Plattformen fest.
Gegen den Facebook- und Instagram-Konzern Meta, zu dem auch WhatsApp
gehört, laufen bereits Verfahren der EU wegen Verstößen gegen
europäische Digitalgesetze. Ihm drohten etwa wegen mangelnder
Datentransparenz und des Umgangs mit illegalen Inhalten auf seinen
Plattformen hohe Geldstrafen, hatte die Kommission Ende Oktober
mitgeteilt.
Meta-Chef Mark Zuckerberg hatte in Bezug auf die Digitalgesetze von
«institutionalisierter Zensur» gesprochen. US-Präsident Donald Trump,
dessen politischem Lager Zuckerberg nähergerückt war, hatte die
EU-Regeln als wettbewerbsfeindlich bezeichnet. Immer wieder kommt aus
Washington zudem der Vorwurf, die Brüssel betreibe Zensur.
