Bericht: EU und Indien verkünden Abschluss der Freihandelsgespräche

26.01.2026 18:10

EU und Indien schaffen nach indischen Angaben Durchbruch beim
Freihandel - doch die Unterschrift steht noch aus. Welche Hürden
jetzt noch bleiben und warum der Markt so entscheidend ist.

Neu-Delhi (dpa) - Die Europäische Union und Indien können an diesem
Dienstag indischen Angaben zufolge den erfolgreichen Abschluss ihrer
Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen verkünden. «Die
Verhandlungen sind beendet», wurde der Staatssekretär im
Handelsministerium, Rajesh Agrawal, von der Zeitung «The Hindu»
zitiert. Beide Seiten würden demnach beim bilateralen Gipfeltreffen
in Neu-Delhi am Dienstag eine entsprechende Erklärung dazu abgeben.
Agrawals Äußerungen wurden auch von anderen indischen Medien
wiedergegeben. 

Von EU-Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Die Erwartungen

für einen erfolgreichen Abschluss seien sehr stark, sagte am
Montagabend (Ortszeit) ein Sprecher in der indischen Hauptstadt.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident
António Costa waren zum Gipfel nach Indien gereist. Beide besuchten
dort bereits am Montag auf Einladung von Premierminister Narendra
Modi die alljährliche Parade zum indischen Nationalfeiertag.

Mit dem Abkommen würden beide Seiten ihr strategische Partnerschaft
auf eine nächste Stufe heben. Durch einen Freihandelspakt sinken
Zölle, es werden einheitliche Regeln festgelegt und auch die
Lieferketten werden vereinfacht. Zwischen der EU und der fünftgrößten

Volkswirtschaft gab es schon von 2007 bis 2013 Verhandlungen über ein
Abkommen. Damals scheiterten die Gespräche jedoch und wurden erst vor
vier Jahren wieder aufgenommen.

Rechtliche Überprüfung des Deals

Laut Agrawal könnte es noch bis zu sechs Monate dauern, bis das
Abkommen auch formal unterzeichnet wird. Zuvor müsse es noch
rechtlich überprüft werden. Es sei ein «ausgewogener, nach vorn
blickender Deal, der den Handel und eine tiefere wirtschaftliche
Integration zwischen beiden Seiten fördern wird». 

Das Abkommen würde einen Markt mit rund zwei Milliarden Menschen
schaffen. Indien ist noch vor China mit mehr als 1,4 Milliarden
Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Welt. In der EU leben
rund fast 450 Millionen Menschen. Gemeinsam repräsentieren beide
Seiten nahezu ein Viertel des weltweiten BIP und der Weltbevölkerung.