Südosteuropäische Lkw-Fahrer blockieren EU-Außengrenzen

26.01.2026 19:31

Wer als Nicht-EU-Bürger länger als 90 Tage innerhalb von 180 Tagen im
EU-Gebiet bleibt, kann abgeschoben werden. Für Lkw-Fahrer vom Balkan
kann das dazu führen, dass sie ihren Job nicht machen können.

Belgrad (dpa) - Lastwagenfahrer aus den südosteuropäischen Ländern
Serbien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und Montenegro
protestieren mit Grenzblockaden gegen strenge EU-Aufenthaltsregeln.
Seit den Mittagsstunden blockieren die Lkw-Fahrer die Güterabwicklung
an den Grenzen ihrer Länder zu den EU-Nachbarländern Ungarn, Kroatien
und Bulgarien, wie serbische Medien berichteten.

Die unbefristete Aktion richtet sich demnach gegen die zunehmend
strikte Durchsetzung einer Aufenthaltsregelung der EU, der zufolge
sich Nicht-EU-Bürger aus europäischen Ländern nur 90 Tage innerhalb
eines 180-Tage-Zeitraums im Gebiet der EU aufhalten dürfen.
Lastwagenfahrer, die nahezu täglich zwischen ihren eigenen und den
EU-Ländern hin- und herfahren, können diese Regel kaum einhalten.

Regel besteht seit längerem

Die Regel besteht seit längerem, wurde aber früher gegenüber
Lastwagenfahrern und Pendlern nicht umgesetzt. Die Lage änderte sich,
seitdem die EU-Grenzorgane einreisende Nicht-EU-Bürger an den
Außengrenzen computergestützt registrieren und somit ihre genaue
Aufenthaltsdauer erfassen. Frächterverbände aus dem Balkan klagen,
dass in den letzten Monaten hunderte Lastwagenfahrer aus der Region
in Deutschland und anderen EU-Ländern wegen Überschreitung der
zulässigen Aufenthaltsdauer polizeilich angehalten und wie irregulär
eingereiste Migranten abgeschoben wurden. 

«90 Tage in sechs Monaten reichen schlicht nicht aus», sagte Nedjo
Mandic vom serbischen Verband der Transportunternehmen zum serbischen
Fernsehsender N1. «In dieser Zeitspanne können unsere Fahrer nicht
ausreichend Geld verdienen, wir können unsere Kosten nicht decken und
sind gezwungen, den Betrieb einzustellen.»

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte in Brüssel, die Union sei sich
der Sorgen bewusst, die die Transportunternehmen der Balkanregion zum
Ausdruck bringen. «Wir beobachten die Lage genau und sind mit unseren
Partnern in der Region in Kontakt», fügte er hinzu. Bemühungen, um
Abhilfe zu schaffen, seien im Gange.