Grüne sehen in EU-Indien-Abkommen Chance für Unternehmen

27.01.2026 09:58

Neue Allianzen gegen Trumps Zölle: Wie die EU mit Indien
Handelshürden abbauen will und warum Grünen-Politiker die
Vereinbarung für wichtig halten - ebenso wie die mit den
Mercosur-Staaten.

Berlin (dpa) - Nach der Aufregung um das Votum seiner Parteikollegen
zum Mercosur-Abkommen hat der stellvertretende
Grünen-Fraktionsvorsitzende Andreas Audretsch die Vereinbarung der
Europäischen Union mit Indien ausdrücklich begrüßt. Das
EU-Indien-Abkommen sei gut für Unternehmen, gut für Jobs in
Deutschland, sagte Audretsch. Europa müsse angesichts der
«Zerstörungswut» von US-Präsident Donald Trump neue Allianzen
aufbauen. Weitere Allianzen für Handel und Kooperation seien
notwendig.

Vereinbarung in Neu-Delhi

Die EU und Indien haben ihre Verhandlungen über den Aufbau einer
großen neuen Freihandelszone abgeschlossen, wie
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Indiens
Premierminister Narendra Modi in Neu-Delhi mitteilten. Durch den
Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren
und Dienstleistungen angekurbelt werden. Vor dem Hintergrund der
aggressiven Zoll- und Handelspolitik der USA und dem zunehmenden
Machtstreben Chinas gilt das Abkommen auch als geopolitisch
bedeutsamer Schritt. 

Grüne für neue EU-Handelspartnerschaften 

Das Abkommen wird allerdings nicht so umfassend sein wie jenes, das
die EU zuletzt mit den Mercosur-Staaten geschlossen hat. Abgeordnete
der Grünen hatten vergangene Woche im Europäischen Parlament dafür
gestimmt, die Vereinbarung mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und
Uruguay vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) überprüfen zu lassen. Das

sorgte für Kritik, auch aus der Bundestagsfraktion und von der
Parteispitze. Hätten sie dagegen gestimmt, wäre es nicht zur
Überprüfung gekommen. 

«Wir brauchen neue wirtschaftliche Partnerschaften, um unseren
Außenhandel zu diversifizieren», heißt es in einem Papier des
Parteivorstands. «Deswegen ist es wichtig, das Abkommen mit
den Mercosur-Staaten in die vorläufige Anwendung zu bringen und dann
zu ratifizieren.»