Wadephul: Ukraine braucht faire Chance auf EU-Beitritt

28.01.2026 16:33

Der ukrainische Präsident wirbt für einen Beitritt seines Landes zur
Europäischen Union schon 2027. So weit will der deutsche
Außenminister nicht gehen. Doch er will Kiew eine klare Perspektive
geben.

Berlin (dpa) - Außenminister Johann Wadephul sieht in einer
EU-Perspektive für die Ukraine einen wesentlichen Beitrag zur
Absicherung einer künftigen Friedenslösung für das von Russland
angegriffene Land. «Eine dauerhafte Friedensarchitektur in Europa
setzt voraus, dass die Ukraine eine faire Chance hat, zur
Europäischen Union beizutreten», sagte der CDU-Politiker in der
Regierungsbefragung im Bundestag. Zu einem Zeitpunkt für einen
solchen Beitritt äußerte sich Wadephul nicht. 

Bereits früher hatte der Außenminister aber auch mit Blick auf
Beitrittskandidaten auf dem Westbalkan klargemacht, dass es für Kiew
keine Aussicht auf Abkürzungen im Beitrittsverfahren geben könne.

Selenskyj fordert EU-Beitritt der Ukraine schon kommendes Jahr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor ungeachtet
von Skepsis in europäischen Staaten die Forderung nach einer
EU-Mitgliedschaft für sein Land schon 2027 bekräftigt. «Der Beitritt

der Ukraine zur Europäischen Union ist eine der wichtigsten
Sicherheitsgarantien nicht nur für uns, sondern für ganz Europa», so

Selenskyj nach einem Telefonat mit dem österreichischen Bundeskanzler
Christian Stocker. «Denn die gemeinsame Stärke Europas ist
insbesondere auch dank der ukrainischen Beiträge in den Bereichen
Sicherheit, Technologie und Wirtschaft möglich.»

Wadephul sagte im Bundestag: «Eine der entscheidenden
Sicherheitsgarantien, die wir der Ukraine in dieser Zeit geben können
und aus meiner Sicht geben müssen, ist eine realistische Perspektive
zum Beitritt zur Europäischen Union.» Ein solcher Schritt möge heute

weit entfernt scheinen. Aber es liege nach wie vor im Kerninteresse
Deutschlands und der Europäer, dafür zu sorgen, dass die Ukraine
ihren Kampf gegen den russischen Aggressor gewinnen könne und dass
nicht der völkerrechtswidrige russische Angriff Erfolg habe.