Merz fordert Abschluss des Zollabkommens mit den USA

28.01.2026 16:38

Trumps wechselnde Ankündigungen machen für die Europäer den Umgang
mit dem US-Präsidenten schwer. In einem entscheidenden Punkt dringt
der Kanzler auf Klarheit.

Berlin (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fordert eine
«finale Entscheidung» im Ringen um das Zollabkommen der Europäischen

Union mit den USA. Sein Rat an alle sei, zu so einer Entscheidung zu
kommen, sagte Merz in Berlin. Nach der Rücknahme der jüngsten
Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen europäische
Länder sagte Merz bei einem Auftritt mit dem rumänischen
Ministerpräsidenten Ilie Bolojan, er gehe davon aus, «dass die
Grundlagen dafür geschaffen sind, dieses Abkommen in Kraft zu
setzen».

Merz mahnte: «Es darf allerdings jetzt nicht erneut in Zweifel
gezogen werden von der amerikanischen Seite, dass sie zu ihren
Zusagen aus dem letzten Sommer steht.» Auch die US-Seite sollte ein
Interesse daran haben, dass Vereinbarungen eingehalten und nicht
durch «tägliche Ankündigungen» infrage gestellt würden. Merz stel
lte
fest: «Wir sind nicht bereit, eine Verschlechterung dieser
Verabredung hinzunehmen.» Der Kanzler erinnerte daran, dass noch zwei
Kapitel des Abkommens, zu Aluminium und Stahl, offen seien.

Das Abkommen war im vergangenen Jahr vereinbart worden. Aber wegen
des Streits um die von Trump beanspruchte Arktisinsel Grönland und
seinen nachfolgenden Zolldrohungen wurde es auf Eis gelegt. Geplant
ist unter anderem, dass Industriegüter aus den USA künftig zollfrei
in die EU eingeführt werden können. Im Gegenzug für diese EU-Zusagen

verzichtete Trump im vergangenen Sommer unter anderem auf die
Einführung von Sonderzöllen.