EU und Vietnam stärken Bündnis - auch wegen Trumps Zollpolitik
29.01.2026 07:59
Die EU und Vietnam vertiefen ihre Partnerschaft - auch als Reaktion
auf US-Zölle. Was hinter dem Schritt steckt und welche Rolle die
Handelspolitik von Donald Trump spielt.
Hanoi (dpa) - Die Europäische Union und Vietnam rücken enger
zusammen: Die Beziehungen zwischen der EU und dem südostasiatischen
Schwellenland wurden zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft
aufgewertet. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor.
«In einer Zeit, in der die internationale regelbasierte Ordnung von
mehreren Seiten bedroht wird, müssen wir als verlässliche und
berechenbare Partner zusammenstehen», erklärte der Präsident des
Europäischen Rates, António Costa, in der vietnamesischen Hauptstadt
Hanoi.
Konkret handelt es sich um eine enge, langfristig angelegte
Kooperation in zentralen Bereichen wie Außenpolitik, Handel,
Sicherheit, Technologie und Klimaschutz. Der vietnamesische Präsident
Luong Cuong sprach von einem «historischen Meilenstein». Beide Seiten
verwiesen zudem auf bereits bestehende Abkommen wie das
EU-Vietnam-Freihandelsabkommen (EVFTA).
Neue Partnerschaften wegen Trumps Zollpolitik
Die Annäherung dürfte auch vor dem Hintergrund der US-Handelspolitik
erfolgt sein. Die Vereinigten Staaten haben unter Präsident Donald
Trump Zölle in Höhe von 20 Prozent auf Importe aus Vietnam verhängt.
Vietnam zählt bisher zu den wichtigsten Handelspartnern der USA in
Südostasien. Die engere Zusammenarbeit mit der EU gilt aber auch als
Zeichen dafür, dass Vietnam seine wirtschaftlichen Beziehungen
breiter aufstellen und sich unabhängiger von einzelnen Absatzmärkten
machen will.
«Die Exportmärkte müssen umstrukturiert und die Warenqualität
verbessert werden, um andere potenzielle Märkte zu erschließen»,
hatte die Regierung bereits im vergangenen Jahr betont. Damals hatte
Trump zunächst mit Zöllen von 46 Prozent auf Importe aus Vietnam
gedroht.
