EU-Förderbank investiert vier Milliarden in Verteidigung
29.01.2026 11:51
Russlands Krieg gegen die Ukraine hält an und auch mit Donald Trump
als US-Präsident hat sich die geopolitische Lage weiter verschoben.
Europa rüstet auf - die weltgrößte Förderbank unterstützt.
Brüssel (dpa) - Als Reaktion auf die geopolitische Lage hat die
Europäische Investitionsbank (EIB) im vergangenen Jahr viermal so
viel Geld in Sicherheit und Verteidigung gesteckt wie zuvor. «Ihre
Investitionen in diesem Bereich vervierfachten sich auf über vier
Milliarden Euro und machten damit fast fünf Prozent der
EU-Finanzierungen der EIB-Gruppe in der EU aus», teilte die
EU-Förderbank in Brüssel mit.
Die geförderten Projekte seien vielfältig: Sie reichten von
militärischen Stützpunkten und Instandsetzungseinrichtungen über
Forschung und Entwicklung für Radarsysteme bis zu Sensoren für den
Schutz von Europas Meeresboden und Unterwasser-Infrastruktur. Auch
Projekte zur Cybersicherheit und zu Weltraumfähigkeiten seien dabei.
Zuletzt änderte die Europäische Investitionsbank (EIB) ihre Regeln
für die Kreditvergabe so, dass mehr Investitionen in Rüstungsprojekte
gefördert werden können.
Mehr als die Hälfte der Finanzierungen für grüne Projekte
Die EIB mit Sitz in Luxemburg ist nach eigenen Angaben die weltgrößte
Förderbank und als EU-Institution für langfristige Finanzierungen
zuständig. Die Eigentümer sind die Mitgliedstaaten. Die Bank soll
grundsätzlich Investitionen finanzieren, die zum Erreichen der
politischen Ziele der EU beitragen. Im vergangenen Jahr investierte
die Bank auch insgesamt mit 100 Milliarden Euro so viel wie nie
zuvor, «um Europas Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und strategische
Autonomie zu stärken.»
Fast 60 Prozent der gesamten Finanzierung der EIB-Gruppe im Jahr 2025
entfielen den Angaben nach auf grüne Projekte. Gefördert wurden etwa
der Ausbau von Speichern und Erneuerbaren sowie Technologien, damit
die Schwerindustrie klimafreundlicher wird. Für bezahlbaren und
nachhaltigen Wohnraum wurden mehr als fünf Milliarden Euro in
Innovation, Sanierung und Neubau gesteckt. Mehr als die Hälfte der
EU-Finanzierungen der EIB-Gruppe flossen 2025 in strukturschwache
Regionen der Staatengemeinschaft.
Rekordinvestitionen in Deutschland
10,4 Milliarden Euro investierte die EIB im vergangenen Jahr in
Deutschland - so viel wie noch nie seit der Geschäftsaufnahme in
Deutschland im Jahr 1960. Mehr als 5 Milliarden Euro der Förderungen
gingen den Angaben nach an deutsche Unternehmen - vor allem an
Projekte für saubere Mobilität, Medizintechnik und
Kreislaufwirtschaft. 4,7 Milliarden Euro flossen an Energieprojekte,
1,65 Milliarden Euro wurden für Verkehr und bezahlbaren Wohnraum
eingesetzt. Mit über 540 Millionen Euro beteiligt sich die EIB
außerdem an neuer Bundeswehr-Infrastruktur in Litauen.
