EU hilft bei Krise in Myanmar mit 63 Millionen Euro
30.01.2026 17:01
Millionen Menschen in dem südostasiatischen Staat sind auf Hilfe
angewiesen. Viele Rohingya sind geflohen und leben in
Flüchtlingslagern. Die EU will helfen - in Myanmar und auch in
Nachbarländern.
Brüssel (dpa) - Fünf Jahre nach dem Militärputsch in Myanmar stellt
die Europäische Union 63 Millionen Euro zur Unterstützung der
Menschen bereit. «Mit dieser neuen Finanzierung werden humanitäre
Partner weiterhin lebensrettende Hilfe leisten, von Nahrungsmitteln
und Unterkünften bis hin zu Notfallversorgung und Bildung für
Kinder», teilte die zuständige EU-Kommissarin Hadja Lahbib mit. Die
EU hatte das Geld bereits für Süd- und Südostasien vorgesehen und
bestimmt jetzt, wie es verwendet wird.
38,6 Millionen Euro sollen in Myanmar unter anderem für Unterkünfte
für Vertriebene, Zugang zu sauberem Wasser und Noternährung verwendet
werden. Mit 23,4 Millionen Euro soll lebensrettende Hilfe für die
fast 1,2 Millionen Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch unterstützt
werden.
Das Militär des südostasiatischen Landes war seit 2017 mit
beispielloser Gewalt gegen die Rohingya - eine muslimische Minderheit
- vorgegangen. Mehr als 700.000 Menschen flohen in das Nachbarland
Bangladesch. Im Januar begann vor dem Internationalen Gerichtshof in
Den Haag ein Prozess gegen Myanmar, dem Völkermord an den Rohingya
vorgeworfen wird. Myanmar weist die Vorwürfe zurück. Vergangene Woche
zerstörte ein Brand Hunderte Unterkünfte in einem überfüllten
Flüchtlingslager für Rohingya in Bangladesch.
Die Armee in Myanmar hatte am 1. Februar 2021 geputscht und die
demokratisch gewählte De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi
entmachtet. Mittlerweile kontrollieren Widerstandsgruppen und
Rebellen Teile des Landes. Die Kämpfe halten an. Mehr als 16
Millionen Menschen im Land sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
