Onay: Mercosur-Streit trifft Hannover hart
01.02.2026 06:00
Das Mercosur-Votum im EU-Parlament bremst ein wichtiges
Handelsabkommen aus. Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay sagt,
warum das für die Stadt und die Hannover Messe von Bedeutung ist.
Hannover (dpa/lni) - Der Streit um den Mercosur-Deal trifft aus der
Sicht von Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay die niedersächsische
Landeshauptstadt hart - und vor allem die Hannover Messe. Die
weltgrößte Industrieschau mit Brasilien als Partnerland «sollte der
Startschuss für Mercosur sein», sagte der Grünen-Politiker der
Deutschen Presse-Agentur. «Wir wollten Mercosur mit Leben füllen.»
Die Entscheidung des Europäischen Parlaments zu dem Handelsabkommen
zwischen der EU und vier südamerikanischen Ländern sei ein Dämpfer
für die Stimmung - und ein «historischer Fehler»: «Das Signal ist
wirklich fatal.»
Grüne im EU-Parlament stimmten teils für Überprüfung
Das Abkommen mit den vier Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien,
Paraguay und Uruguay wurde zu Jahresbeginn besiegelt. Es soll eine
der weltweit größten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen
Einwohnern schaffen. Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen
soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden.
In Europa gibt es allerdings auch Kritik an dem Abkommen.
Mehrere deutsche Grünen-Abgeordnete im Europaparlament hatten dafür
gestimmt, das Abkommen vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) überprüfen
zu lassen. Das sorgte für Gegenwind auch aus der eigenen Partei.
Hätten sie dagegen gestimmt, wäre es nicht zur Überprüfung gekommen
.
«Mercosur ist für uns eine Chance»
«Man lässt damit die weltpolitische Lage völlig außer Acht»,
kritisierte Onay mit Blick etwa auf die Zollpolitik von US-Präsident
Donald Trump. Er erklärte: «Die Stadt Hannover ist davon betroffen -
wenn es etwa um die Lage der Automobilindustrie geht.»
Denn: «Mercosur ist für uns eine Chance», betonte er. Das gelte
besonders für Autoindustrie und Zulieferer in Hannover - und in
Niedersachsen: «Es ist eine Möglichkeit, einen völlig neuen Raum zu
erschließen - und den Markt noch einmal ganz anders zu bespielen.»
Die Industriemesse im April sollte brasilianischen und europäischen
Unternehmen nach früheren Angaben der Veranstalter Geschäfts- und
Kooperationsmöglichkeiten bieten und neue Märkte erschließen.
