Verbände starten Petition gegen schwächere EU-Umweltregeln
02.02.2026 04:05
Um Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, will Brüssel Regeln
entschlacken - teils auf Kosten von Umwelt- und Naturschutz. Verbände
wollen das stoppen und rufen dazu auf, sich anzuschließen.
Brüssel (dpa) - Mehrere Umweltschutzorganisationen lehnen sich gegen
die Abschwächung bestehender Naturschutz- und Umweltgesetze auf
EU-Ebene auf. Mit einer europaweiten Petition wollen der WWF und
andere Umweltverbände ab heute (Montag, 2. Februar) gegen mehrere von
der EU-Kommission in Gang gesetzte Prozesse vorgehen, die Umwelt- und
Naturschutzregularien schwächen sollen.
«Da die Verhandlungen zu zahlreichen europäischen Natur- und
Umweltschutzgesetzen in Schnell- und sogenannten Omnibusverfahren
stattfinden, geschehen sie weitestgehend ohne die Einbindung der
Öffentlichkeit», kritisieren die Verbände. Mit der Petition sollen
europäische Bürger auf die «aktuellen Attacken auf unsere
Naturschutzgesetze» aufmerksam gemacht und ihnen ermöglicht werden,
ihre Stimme in die laufenden Prozesse einzubringen.
Weniger Regeln für mehr Wettbewerbsfähigkeit
Um die ächzende europäische Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu
bringen, versucht Brüssel derzeit, viele Regeln zu entschlacken und
so etwa Unternehmen zu entlasten. Die EU-Kommission legte zuletzt
etwa die Axt an bestehende Umweltvorgaben und will konkret unter
anderem Umweltprüfungen für Genehmigungen vereinfachen und
beschleunigen. Außerdem soll es für Unternehmen mehr Flexibilität bei
der Umsetzung von Umweltvorschriften geben.
Ska Keller, zuständig für Europa-Politik beim WWF Deutschland, sagt:
«Unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus wird
Europas jahrzehntelang bewährte Umweltschutzgesetzgebung
gezielt geschreddert.» Treiber seien zahlreiche Mitgliedstaaten,
«allen voran Deutschland», so die ehemalige Grünen-Europaabgeordnete.
Für 2026 plane die EU-Kommission, weitere zentrale Umweltrichtlinien
zu schleifen. «Diesem regulatorischen Kahlschlag stellen wir uns
entschieden entgegen. Nicht weniger, sondern mehr Klima- und
Umweltschutz ist die Antwort auf die großen ökologischen und
ökonomischen Herausforderungen unserer Zeit.»
