Iran: Botschafter europäischer Länder einbestellt
02.02.2026 09:35
Nach langer Debatte stufte die EU Irans Revolutionsgarden als
Terrororganisation ein. Aus Teheran folgen Reaktionen.
Tehran (dpa) - Der Iran hat nach eigenen Angaben in Reaktion auf den
EU-Beschluss, die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation
einzustufen, alle Botschafter europäischer Länder einbestellt.
«Gestern und heute wurden alle europäischen Länder und
EU-Mitgliedstaaten mit Botschaften in Teheran ins Außenministerium
einbestellt», sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai bei einer
Pressekonferenz. Es sei das «Mindeste», weitere Reaktionen würden
folgen.
Parlament reagiert auf EU-Beschluss zu Revolutionsgarden
Bereits am Sonntag hatte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf
erklärt, dass die Armeen der Europäer fortan auch als
Terrororganisationen betrachtet werden. Er berief sich dabei auf ein
Gesetz aus dem Jahr 2019. Aus iranischer Sicht ist damit auch die
Bundeswehr eine Terrororganisation. Im Parlament trugen Abgeordnete
aus Solidarität Uniformen der Revolutionsgarden. «Tod für Amerika»
und «Tod für Israel» riefen einige Politiker mit erhobenen Fäusten,
wie auf Videos iranischer Medien zu sehen war.
EU setzt Revolutionsgarden wegen Repressionen auf Terrorliste
Die Europäische Union hatte am Donnerstag entschieden, die
Revolutionsgarden wegen ihres blutigen Vorgehens gegen die jüngsten
Massenproteste als Terrororganisation einzustufen. Die Entscheidung
gilt als symbolischer Schritt, der wegen bereits bestehender
Sanktionen wenig praktische Bedeutung haben dürfte. Über die Listung
der Revolutionsgarden als Terrororganisation wurde in der EU
jahrelang diskutiert.
