Rückruf von Babynahrung: EU-Behörde schaltet sich ein
02.02.2026 13:43
In mehreren Ländern werden vorsorglich bestimmte Säuglingsnahrung
zurückgerufen. In einer Zutat könnte ein Toxin enthalten sein. Die
EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit schaltet sich ein.
Parma (dpa) - Nach Rückrufen von Babynahrung im Zusammenhang mit dem
Giftstoff Cereulid hat sich die Europäische Behörde für
Lebensmittelsicherheit (Efsa) eingeschaltet. Die EU-Kommission bat
die Behörde mit Sitz im italienischen Parma um eine Einschätzung, wie
gefährlich Cereulid für Säuglinge ist, wie die Efsa mitteilte. Ziel
ist es, Richtwerte festzulegen, ab wann belastete Produkte
vorsorglich aus dem Handel genommen werden sollten.
Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass der Lebensmittelhersteller
Danone in Deutschland mehrere Chargen seiner Babynahrung der Marke
«Aptamil» zurückruft. Wie das Unternehmen mitteilte, könnte darin
Cereulid enthalten sein. In Abstimmung mit den zuständigen deutschen
Behörden würden drei Chargen zurückgerufen. Auch der
Nahrungsmittelkonzern Nestlé rief deswegen schon mehrere
Säuglingsnahrungsprodukte vorsorglich zurück.
Behörde: Betroffene Produkte nicht verwenden
Nach Efsa-Angaben werden derzeit in mehreren Ländern weltweit
Rückrufe von Babynahrungsprodukten durchgeführt. Die Behörde
reagierte mit einer zügigen Risikobewertung und legte erstmals einen
klaren Sicherheitsrichtwert speziell für Babys fest. Damit sollen
Behörden in der EU schneller und einheitlicher entscheiden können,
wann ein Rückruf notwendig ist. Hintergrund: Sehr junge Säuglinge
reagieren deutlich empfindlicher auf Giftstoffe als Erwachsene.
Eltern sollten zurückgerufene Produkte demnach auf keinen Fall weiter
verwenden. Zeigen Babys nach dem Verzehr Symptome wie etwa Erbrechen
oder Durchfall, raten Fachleute dringend zu einem Arztbesuch.
Magen-Darm-Erkrankungen können bei Säuglingen schnell zu
Komplikationen führen. Cereulid ist laut Efsa ein von Bakterien
gebildetes Gift, das 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Einnahme
plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen kann.
