Merz rechnet mit schnellem Start für Mercosur-Freihandel

02.02.2026 20:05

Europaabgeordnete zweifeln an der Rechtmäßigkeit des
Mercosur-Abkommens und haben eine Überprüfung durch den EuGH
veranlasst. Bundeskanzler Merz sieht das Abkommen aber nicht
gefährdet.

Eschborn (dpa) - Das EU-Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten
Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay wird nach Einschätzung
von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) noch vor Abschluss einer
Überprüfung durch den Europäischen Gerichtshof angewandt werden
können. «Nach heutigem Stand haben die Versuche, es doch noch auf den
letzten Metern zu verzögern, nämlich im Europäischen Parlament,
keinen Erfolg», sagte Merz beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse
in Eschborn. «Es wird ein vorläufiges Inkrafttreten dieses
Handelsabkommens geben, in dem Augenblick, wo der erste
südamerikanische Staat es ratifiziert.»

Der Mercosur-Deal war zu Jahresbeginn in Paraguay nach mehr als 25
Jahren Verhandlungen unterzeichnet worden. Es soll eine neue
Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern geschaffen
werden. Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der
Austausch von Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden. 

Das Europäische Parlament hatte dann jedoch mit knapper Mehrheit
beschlossen, den EuGH vor der Entscheidung über die abschließende
Ratifizierung untersuchen zu lassen, ob das Abkommen mit EU-Recht
vereinbar ist. Europäische Landwirte fürchten die Konkurrenz aus den
Mercosur-Staaten und sprechen von einer Existenzbedrohung für die
europäische Landwirtschaft. Befürworter des Abkommens sehen dagegen
besonders große Chancen für die Autoindustrie, den Maschinenbau und
die Pharmabranche.