EU-Kommission nimmt chinesische Windkraftfirma ins Visier
03.02.2026 12:04
Brüssel prüft den chinesischen Hersteller Goldwind: Haben
Subventionen aus China den Wettbewerb in der EU bei Windturbinen
verzerrt?
Brüssel (dpa) - Wegen mutmaßlicher Wettbewerbsverzerrung vertieft die
Europäische Kommission ihre Ermittlungen gegen die chinesische
Windkraftfirma Goldwind. «Die Kommission hat den Verdacht, dass
Goldwind möglicherweise drittstaatliche Subventionen erhalten hat,
die den EU-Binnenmarkt verzerren könnten», teilte die Brüsseler
Behörde mit. Konkret geht es um Subventionen bei der Herstellung und
dem Verkauf von Windturbinen sowie damit zusammenhängende
Dienstleistungen.
Zu den möglichen ausländischen Subventionen zählen laut Mitteilung
Zuschüsse, steuerliche Vorzugsregelungen sowie Vorzugsfinanzierungen
in Form von Darlehen. Die Kommission befürchtet demnach, dass diese
Subventionen die Marktposition in der EU von Goldwind verbessern und
sich negativ auf den Wettbewerb auf dem Markt der Windkraftanlagen
und damit verbundene Dienstleistungen in der EU auswirken könnten.
EU-Kommission schaut schon seit fast zwei Jahren hin
Bereits im April 2024 hatte die EU-Kommission eine Untersuchung gegen
chinesische Windkrafthersteller eingeleitet. Grund dafür waren damals
der Behörde vorliegende Hinweise, wonach bestimmte Windradhersteller
von ausländischen Subventionen profitiert hätten, die ihnen einen
unlauteren Vorteil gegenüber Konkurrenten verschafft hätten. Konkret
ging es um Leistungen für Windparks in Spanien, Griechenland,
Frankreich, Rumänien und Bulgarien.
Die EU-Kommission in Brüssel teilte nun mit, sie sehe auf Grundlage
dieser vorläufigen Untersuchung Hinweise darauf, dass der Hersteller
Goldwind möglicherweise ausländische Subventionen erhalten habe, die
den Binnenmarkt verzerren könnten. Mit der vertieften Analyse will
die Kommission schauen, ob sich vorläufige Feststellungen bestätigen.
Die Einleitung der genaueren Prüfung bedeute nicht, dass es
tatsächlich Verstöße gebe, betonte die Behörde.
Goldwind hat Angaben der Kommission zufolge seinen Hauptsitz in China
und ist hauptsächlich im Bereich der Herstellung von Windturbinen
sowie in Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Wartung tätig. Die
Firma ist demnach auf dem EU-Binnenmarkt aktiv, unter anderem über
Vensys und weitere Tochtergesellschaften.
Streit zwischen Brüssel und Peking schwelt schon länger
Brüssel und Peking streiten schon länger darüber, dass China aus
Sicht der EU unfaire Handelspraktiken einsetzt und etwa durch
staatliche Subventionen Überkapazitäten auf dem eigenen Markt
schafft, die dann ins Ausland abfließen. Ein Beispiel dafür sind
E-Autos oder auch die Photovoltaik-Branche.
