EU-Kommission will Werkzeuge gegen Airbnb und Co vorschlagen
03.02.2026 18:20
In manchen Großstädten reiht sich eine Ferienwohnung an die nächste,
Einheimische können sich die Miete im Zentrum nicht mehr leisten. Die
Europäische Kommission will diesen Städten helfen.
Brüssel (dpa) - Airbnb, Booking und Co: Die Europäische Kommission
will Städten helfen, angesichts hoher Wohnkosten und der Verdrängung
der Einwohner gegen Kurzzeitunterkünfte vorzugehen. Damit sind
Ferienwohnungen gemeint, die vor allem über Online-Plattformen für
kurze Zeit vermietet werden.
«Europa ist in einer Wohnungskrise», sagte der EU-Kommissar für
Energie und Wohnungswesen, Dan Jørgensen. Millionen Menschen hätten
Schwierigkeiten, ihre Rechnungen zu bezahlen. «Wir müssen jetzt
handeln.»
Kein Verbot geplant
Über Online-Plattformen gebuchte Kurzzeitunterkünfte böten auch
Vorteile, deshalb werde die Kommission nicht vorschlagen, sie zu
verbieten. Sie hätten aber in manchen Städten dazu geführt, dass
Wohnkosten so hoch geworden seien, dass Einwohner es sich nicht mehr
leisten könnten, dort zu leben.
Die Kommission wolle im Laufe des Jahres einen Vorschlag vorlegen, in
dem unter anderem Kriterien für die Definition von Gebieten mit
angespannter Wohnungslage festgelegt werden sollen. «Für diese
Gebiete wird es eine Liste verschiedener Instrumente geben, die die
Städte einsetzen können. Wir zwingen die Städte nicht, etwas zu tun,
was sie nicht wollen, sondern geben ihnen die Möglichkeit, dieses
Problem anzugehen», sagte Jørgensen. Das ist auch deshalb wichtig,
weil Regelungen zum Thema Wohnen vor allem in die Kompetenzen der
Kommunen beziehungsweise Staaten fallen, also die EU dort wenig
entscheiden kann.
«Ein Zuhause zu haben, ist ein Menschenrecht»
Die Kommission hatte im Dezember einen Plan gegen die Wohnungskrise
vorgelegt. Dort war bereits vorgesehen, lokalen Behörden Maßnahmen
zur Regulierung von Kurzzeitvermietungen an die Hand zu geben. Die
Vorschläge sollen außerdem Investitionen in den Wohnungsbau sowie
Renovierungen anschieben.
«Ein Zuhause zu haben, ist ein Menschenrecht. Wenn wir uns nicht
damit befassen, wenn wir diese Probleme nicht grundlegend angehen und
lösen, laufen wir Gefahr, unsere Demokratie zu untergraben», sagte
der Kommissar nun in Brüssel nach einem Austausch mit Vertreterinnen
und Vertreter der EU-Staaten.
