EZB-Entscheid: Leitzinsen dürften erneut unverändert bleiben
04.02.2026 17:30
Seit Juni hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen nicht
angetastet. Dabei dürfte es nach Ansicht von Ökonomen vorerst
bleiben. Das Erstarken des Euro könnte jedoch für Handlungsdruck
sorgen.
Frankfurt/Main (dpa) - Die relativ niedrigen Leitzinsen der
Europäischen Zentralbank dürften Deutschland und dem Euroraum vorerst
erhalten bleiben. Volkswirte erwarten keine Änderung, wenn der
EZB-Rat am Donnerstag erstmals in diesem Jahr in Frankfurt
zusammenkommt. Die Zins-Entscheidung wird am Nachmittag (14.15 Uhr)
bekanntgegeben.
Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins beträgt seit Juni 2,0
Prozent. In den vier EZB-Sitzungen seitdem hielten die
Euro-Währungshüter den Zins konstant. Der Wirtschaft tun die relativ
niedrigen Zinsen gut: Kredite für Verbraucher und Firmen werden
günstiger, das kann bei Anschaffungen helfen und so das Wachstum
anschieben.
Für ein Abwarten der EZB spricht, dass die nach dem Beginn des
Ukraine-Kriegs stark gestiegene Inflation inzwischen eingedämmt ist:
Im Januar lagen die Verbraucherpreise im Euroraum nach einer ersten
Eurostat-Schätzung um 1,7 Prozent über dem Niveau des
Vorjahresmonats.
Notenbank blickt auf Erstarken des Euro
Für Handlungsdruck bei der EZB könnte das Erstarken des Euro sorgen,
der jüngst erstmals seit 2021 die Marke von 1,20 Dollar übersprang.
Dies verteuert Exporte europäischer Unternehmen auf den Weltmärkten.
Zugleich verbilligt der starke Euro Importe, die in Dollar gehandelt
werden. Das dämpft die Inflation, die 2026 das mittelfristige
EZB-Ziel von 2,0 Prozent ohnehin leicht unterschreiten könnte. Daher
sehen erste Notenbanker bei einer weiteren Euro-Aufwertung
Handlungsdruck.
