Estland schränkt Betrieb der Grenzübergänge zu Russland ein
05.02.2026 21:05
Estland verstärkt den Schutz seiner Grenze zu Russland - und hält die
Grenzübergänge nun zu bestimmten Zeiten geschlossen.
Tallinn (dpa) - Estland beschränkt aus Sicherheitsgründen den Betrieb
der Grenzübergänge zum benachbarten Russland. Die Regierung des
baltischen EU- und Nato-Landes entschied in der Hauptstadt Tallinn,
den Betrieb der beiden Kontrollpunkte Luhamaa und Koidula vom 24.
Februar an für drei Monate in den Nachtstunden auszusetzen. Tagsü
ber
sollen die Grenzübergänge weiterhin zwölf Stunden lang geöffnet
bleiben. Die gleiche Regelung gilt bereits am dritten
estnisch-russischen Grenzübergang in Narva, der seit dem 1. Mai 2024
nachts geschlossen ist.
«Da Russland sich an der Grenze zeitweise irrational verhält, müssen
wir Ressourcen freisetzen, um die Grenze effektiver zu überwachen»,
wurde Ministerpräsident Kristen Michal in der Mitteilung zitiert -
ohne Details zu nennen. Auch Innenminister Igor Taro sagte, das
Verhalten der russischen Grenzbeamten erfordere ständige Ressourcen
und erhöhte Aufmerksamkeit seitens der Polizei und des Grenzschutzes.
Durch die nächtliche Schließung der Übergänge könnte das Personal
dann dort eingesetzt werden, wo es am dringendsten benötigt werde.
Taro sprach mit Blick auf die Arbeitsbelastung an den
estnisch-russischen Grenzübergängen zudem von einem «logischen
Schritt». Demnach sei die Zahl der Grenzübertritte in den vergangenen
Jahren deutlich zurückgegangen und werde voraussichtlich auch nicht
wieder das frühere Niveau erreichen. 2025 haben den Angaben zufolge
etwa 1,08 Millionen Menschen die Grenze überquert - fast fünfmal
weniger im Vergleich zu den 5,3 Millionen Menschen im Jahr 2018. Das
größte Aufkommen dabei wurde in Narva verzeichnet.
