SPD: Deutschland muss Beziehung zu USA neu definieren
08.02.2026 14:51
Die USA haben sich verändert. Die SPD meint: Daraus muss Deutschland
grundlegende Konsequenzen ziehen.
Berlin (dpa) - Deutschland und die EU müssen aus Sicht der SPD ihre
Beziehung zu den USA völlig neu ordnen. Die Politik von Präsident
Donald Trump wecke Zweifel an der Verlässlichkeit der US-Regierung
als internationaler Partner und Verbündeter, heißt es in einem
Papier, das vom SPD-Parteivorstand in Berlin beschlossen wurde.
Deutschland müsse deshalb eine realistische Bestandsaufnahme
vornehmen.
Seit der letzten grundlegenden außenpolitischen Positionierung im
Dezember 2023 habe sich die geopolitische Lage verändert: «Während
das Verhältnis zu den USA unter der Regierung Biden noch von einem
tiefen, gemeinsamen Wertefundament geprägt war, weckt die Amtsführung
von Donald Trump Zweifel an dieser Verlässlichkeit. Die
transatlantischen Beziehungen sind keine Selbstverständlichkeit
mehr», heißt es in dem Papier.
Prinzip «Buy European»
Parteichef Lars Klingbeil betonte: «Die spürbare Abwendung der
US-Regierung unter Donald Trump von Bündnissen und Allianzen ist eine
Realität.» Deshalb müsse Europa zwar Partnerschaft anbieten,
gleichzeitig aber auf eigene Stärke setzen, sagte er der Deutschen
Presse-Agentur. «Wir gehen dafür mit Frankreich und anderen in Europa
voran. Ich will ein Europa, das politisch und wirtschaftlich
kraftvoll ist, ein attraktives Zentrum und ein verlässlicher Partner
für andere Staaten und Regionen.»
Klingbeil wirbt unter anderem für das «Buy European»-Prinzip:
Europäische Produkte sollten zum Beispiel in der Verteidigung
bevorzugt werden. «Wir stärken unsere Unabhängigkeit und sichern
Arbeitsplätze in Deutschland und Europa.»
