Orban bezeichnet Ukraine in Wahlkampfrede als «Feind»
08.02.2026 13:41
Die Bemühungen der Europäer, der Ukraine zu helfen, behindert der
ungarische Regierungschef, wo er kann. Seine negative Rhetorik
gegenüber dem östlichen Nachbarland verschärft er nun weiter.
Szombathely (dpa) - Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat
die von Russland angegriffene Ukraine als «Feind» bezeichnet. «Die
Ukrainer müssen damit aufhören, in Brüssel dauernd zu verlangen, dass
Ungarn von der billigen russischen Energie abgeschnitten wird», sagte
der Rechtspopulist in einer Wahlkampfrede in der westungarischen
Stadt Szombathely. «Solange die Ukraine das tut, ist sie unser
Feind», fügte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MTI
hinzu.
Orban gilt als engster Verbündeter des Kremlchefs Wladimir Putin in
der EU. Sein Land ist in hohem Maße von russischen Gas- und
Erdöllieferungen abhängig. Anders als die anderen EU-Länder unternahm
Ungarn unter Orban keine ernsthaften Anstrengungen, um sich aus der
russischen Energieabhängigkeit zu lösen.
Am 12. April stehen in Ungarn Parlamentswahlen an. Erstmals in seiner
16-jährigen Amtszeit sieht sich Orban einem chancenreichen
Herausforderer gegenüber. Der bürgerlich-konservative Peter Magyar,
ein Renegat aus den eigenen Reihen, liegt mit seiner Tisza-Partei in
den Meinungsumfragen seit mehr als einem Jahr deutlich vor Orbans
Fidesz-Partei.
