Frankreichs Notenbankchef verlässt Posten vorzeitig

09.02.2026 16:11

Ein überraschender Wechsel: Der oberste Banker in Frankreich,
François Villeroy de Galhau, verlässt die Banque de France. Prompt
gibt es Worte der Anerkennung - auch aus Deutschland.

Paris (dpa) - Frankreichs Notenbankchef François Villeroy de Galhau
wird sein Amt im Juni vorzeitig niederlegen. Er übernehme den Vorsitz
der Stiftung Apprentis d'Auteuil, teilte die französische Notenbank
in Paris mit. Die katholische Stiftung setzt sich für benachteiligte
Kinder und Jugendliche ein. Eigentlich sollte die Amtszeit von
Villeroy de Galhau bis Ende 2027 laufen. Er stand seit 2015 an der
Spitze der Notenbank.

«Diese neue Aufgabe in einem wichtigen sozialen Bereich ist für mich
von großer Bedeutung, um weiterhin dem Allgemeinwohl zu dienen»,
teilte Villeroy de Galhau mit. Staatspräsident Emmanuel Macron erhält
nun die Möglichkeit, eine Nachfolge für den Gouverneur der Banque de
France noch vor den Präsidentschaftswahlen 2027 zu nominieren.

Als französischer Notenbankchef bestimmte Villeroy de Galhau im Rat
der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Geldpolitik mit.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde bedankte sich in einer Mitteilung:
«Der EZB-Rat hat enorm von seinem Realismus in Verbindung mit seiner
starken europäischen Überzeugung und Vision profitiert, die er stets
einbringt.» Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel,
würdigte ihn als «Partner, auf den man sich verlassen kann, auch und
gerade in anspruchsvollen Zeiten».