EU-Parlament macht Weg für neues Klimaschutzziel frei

10.02.2026 15:03

90 Prozent weniger Emissionen bis 2040 - die EU-Parlamentarier zeigen
den Daumen nach oben für einen ausgehandelten Kompromiss, der auch
Verbrauchern zugutekommen soll.

Straßburg (dpa) - Das Europäische Parlament gibt grünes Licht für d
ie
Senkung von Emissionen im neuen Klimaschutzziel der
Staatengemeinschaft. Eine breite Mehrheit der Abgeordneten stimmte in
Straßburg dafür, im Kampf gegen den Klimawandel die
Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 zu
reduzieren. Gleichzeitig soll eine umstrittene Maßnahme für mehr
Klimaschutz um ein Jahr verschoben werden.

Unterhändler des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten hatten sich
Ende vergangenen Jahres entsprechend verständigt, Grundlage war ein
Vorschlag der EU-Kommission. Er wurde bei den Verhandlungen der
Parlamentarier und der Länder deutlich abgeschwächt. Der formalen
Annahme des Parlaments muss nun noch die formale Annahme durch die
Länder folgen, das ist derzeit für Anfang März geplant und gilt als
Formsache.

Neues Zwischenziel

In der EU gibt es schon festgeschriebene Klimaziele, bei dem jetzigen
handelt es sich um eine weitere Zwischenetappe. Bis 2030 müssen die
Emissionen um 55 Prozent gegenüber 1990 sinken. Bis 2050 will die EU
klimaneutral sein, also nicht mehr Treibhausgase ausstoßen als wieder
gebunden werden können. 

Während die Staatengemeinschaft die bestehenden Klimaziele auf
eigenem Boden erreichen muss, können den neuen Vorgaben zufolge für
das neue Zwischenziel bis zu fünf Prozentpunkte ab 2036 durch
Klimazertifikate aus dem Ausland erzielt werden. Außerdem werden
Brennstoffe wie Benzin und Erdgas erst ab 2028 und damit ein Jahr
später als geplant in das Handelssystem mit Treibhausgas-Zertifikaten
einbezogen. Damit sollen große Preissprünge für Verbraucher beim
Tanken und Heizen vorerst vermieden werden.

Beim sogenannten Emissionshandel müssen Unternehmen Rechte zum
Ausstoß von Treibhausgasen nachweisen. Eigentlich sollten schon ab
2027 auch Brennstoffe einbezogen werden, was besonders den Verkehrs-
und Gebäudebereich betrifft.