«Europa fällt zurück»: Bündnis richtet Appell vor EU-Gipfel
11.02.2026 10:18
Mit dem Erstarken Chinas und dem Kurs von Donald Trump wächst der
Druck auf Europa. Vor einem EU-Gipfel warnen Unternehmen vor
Bedrohungen für die heimische Industrie - und legen klare Vorschläge
vor.
Berlin (dpa) - Konkurrenz aus China, Umbruch der Welt mit
US-Präsident Trump: Kurz vor dem informellen EU-Gipfel zur
Wettbewerbsfähigkeit dringt die Wirtschaftsinitiative «Made for
Germany» auf Bürokratieabbau und tiefe Reformen in Europa. Die
industrielle Basis Europas stehe unter immensem Druck, warnt das
Bündnis, hinter dem 123 Unternehmen und Investoren stehen.
Europa treffe auf Staaten, die industriepolitisch steuerten, gezielt
deregulierten und Schlüsseltechnologien schnell groß machten. «Viele
europäische Unternehmen verlieren täglich an Wettbewerbsfähigkeit»,
schreibt die Initiative vor dem Treffen der Staats- und
Regierungschefs der EU an diesem Donnerstag.
Wachstum müsse oberste Priorität werden als Voraussetzung für
europäische Souveränität. Europa brauche einen Kurswechsel, «weg vo
n
Überregulierung». Alle Reformen müssten auf technologische
Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum gerichtet sein, fordert das
Bündnis, das unter anderem auf einen Anstoß von Siemens und Deutsche
Bank zurückgeht. Dazu gehöre, Regulierungs- und Bürokratieabbau «al
s
zentrales politisches Ziel» zu verankern, den Kapitalmarkt zu stärken
sowie die Freihandelsabkommen mit Indien und den südamerikanischen
Mercosur-Staaten zügig umzusetzen.
«Europa muss kritische Technologien beherrschen»
«Europa fällt im globalen Wettbewerb zurück», sagte Siemens-Chef
Roland Busch. «Europa muss die kritischen Technologien beherrschen,
die Industrie, Energieversorgung und Sicherheit tragen», forderte er.
«Wir haben dafür alles: eine starke industrielle Basis, erstklassige
Talente und tiefes technologisches Know-how.»
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing kritisierte, Europa spiele unter
seinen Möglichkeiten. Investoren sähen Aufholpotenzial. «Das
Interesse, wieder in Europa zu investieren ist bereits groß, und es
wird noch deutlich größer, wenn wir jetzt die richtigen Weichen
stellen.»
Die Initiative «Made for Germany» hatte sich im vergangenen Sommer
gegründet und in Aussicht gestellt, über 800 Milliarden Euro am
Standort Deutschland zu investieren - verbunden mit der Forderung
nach mehr Reformen für die lahmende Wirtschaft. Wie viel von der
Milliardensumme genau auf Neuinvestitionen entfällt, ist aber unklar.
