EU-Kommission will Flughäfen mit 5G gegen Drohnen schützen
11.02.2026 10:47
Berlin, Hannover, Oslo oder Kopenhagen: Zahlreiche Flughäfen mussten
vergangenes Jahr wegen Drohnensichtungen den Betrieb kurzfristig
einstellen. Was plant Brüssel gegen die neue Bedrohung?
Straßburg (dpa) - Digitale Zäune und Luftraumüberwachung per 5G: Die
EU-Kommission will Flughäfen und andere kritische Infrastruktur in
Europa künftig besser vor Zwischenfällen mit Drohnen schützen. Um den
Luftraum zu überwachen, sollen dem Willen der Brüsseler Behörde nach
auch 5G-Mobilfunknetze genutzt werden, wie aus einem in Straßburg
vorgestellten Aktionsplan hervorgeht.
Die Mobilfunknetze ermöglichen laut EU-Kommission eine präzise
Echtzeitverfolgung von Flugobjekten und müssten daher angesichts der
Bedrohungslage mitgenutzt werden. Manche Drohnen nutzen demnach
SIM-Karten, wodurch sie entdeckt werden könnten.
Denkbar ist laut Vorschlag aber auch, 5G-Antennen als eine Art Radar
zu nutzen - also von den Drohnen reflektierende Signale zu empfangen
und auszuwerten. Zusammen mit Künstlicher Intelligenz sollen die
5G-Netze so auffällige Flugrouten ausmachen und Behörden alarmieren.
Der Aktionsplan soll die militärischen Programme und Pläne in Europa
ergänzen und fokussiert sich daher auf zivile Maßnahmen.
Technische Schranken für Verbotszonen und weitere Maßnahmen
Im laufenden Jahr will die Brüsseler Behörde zudem ein
Drohnensicherheitspaket vorstellen. Geplant ist laut hochrangigen
EU-Beamten darin auch, dass Drohnen digitale Schranken
einprogrammiert haben. Dafür sollen alle Mitgliedstaaten ihre
Luftraumsperrzonen - etwa über Kraftwerken, Militäranlagen oder
Flughäfen - einheitlich und digital kartieren.
Diese Karten sollen in den Drohnen gespeichert sein und es ihnen
technisch unmöglich machen, in einen gesperrten Luftraum zu fliegen.
Um jede Drohne einem Besitzer zuordnen zu können - und damit die
Arbeit von Ermittlern zu erleichtern - soll demnach zudem eine
Registrierungspflicht für Drohnen ab 100 Gramm eingeführt werden.
2025 viele Probleme an Flughäfen durch Drohnen
In Europa kam es im vergangenen Jahr zu zahlreichen Sichtungen von
Drohnen an Flughäfen. Oftmals musste deshalb der gesamte Flugverkehr
eingestellt werden - so etwa in Berlin, Bremen, Hannover, Brüssel,
Oslo, Kopenhagen oder auf Mallorca. Oft steht Russland im Verdacht
hinter den Aktionen zu stecken.
Nach Angaben der Bundesregierung haben Drohnensichtungen an wichtigen
Einrichtungen in Deutschland seit Beginn des russischen
Angriffskriegs in der Ukraine stark zugenommen. Um unerlaubt
fliegende Drohnen künftig besser zu erkennen und unschädlich machen
zu können, haben Bund und Länder in Berlin ein Gemeinsames
Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) eingeweiht.
