Epstein-Akten: Europarat hebt Immunität von Jagland auf
11.02.2026 12:07
Norwegens Ex-Regierungschef Thorbjørn Jagland war Generalsekretär des
Europarates. Die Epstein-Akten bringen ihn in Bedrängnis: Hat er
Geschenke angenommen? Die Organisation hebt seine Immunität auf.
Straßburg/Oslo (dpa) - Gegen den durch den Epstein-Skandal in
Korruptionsverdacht geratenen norwegischen Ex-Ministerpräsident
Thorbjørn Jagland kann weiter ermittelt werden. Der Europarat hob auf
Anfrage Norwegens Jaglands Immunität in Bezug auf seine Amtszeit als
Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation von 2009 bis 2019
auf.
Die norwegische Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität
untersucht, ob Jagland während seiner Amtszeit als Generalsekretär
Geschenke, Reisen und Kredite angenommen hat. Das legen laut der
Nachrichtenagentur NTB Informationen aus den Akten rund um den Fall
des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein nahe.
Die Dokumente sollen demnach zeigen, dass Jagland zwischen 2016 und
2018 mehrfach Kontakt mit dem US-Geschäftsmann hatte. In diesem
Zeitraum war der Norweger sowohl Generalsekretär des Europarates als
auch Mitglied des norwegischen Nobelkomitees. Von 2009 bis 2015 war
er dessen Vorsitzender.
Als Ex-Generalsekretär des Europarates hatte Jagland bislang
Immunität, das heißt er konnte nicht strafrechtlich verfolgt werden.
Sein Mandant habe mit der Aufhebung der Immunität gerechnet, sagte
Jaglands Anwalt der NTB. Jagland habe der zuständigen
Ermittlungsbehörde bereits Unterlagen übermittelt und wolle sie «bei
der weiteren Aufklärung des Sachverhalts» unterstützen.
