Europol: 1,2 Milliarden Euro Falschgeld beschlagnahmt
11.02.2026 12:49
Die Blüten kamen per Post: Millionen Euros, Dollars oder Pfund -
Scheine und Münzen. In 18 Ländern schlugen Ermittler zu. Doch die
Hintermänner sitzen woanders.
Den Haag (dpa) - Internationale Fahnder haben nach Angaben von
Europol Falschgeld in Höhe von 1,2 Milliarden Euro sichergestellt.
Bei einer mehrmonatigen Aktion in 18 Ländern hätten Polizei- und
Zollbeamte Pakete mit gefälschten Banknoten und Münzen abgefangen,
teilte die europäische Polizeibehörde in Den Haag mit. Die
Fälschungen hätten in der EU in Umlauf gebracht werden sollen.
Die Blüten seien den Angaben zufolge per Post verschickt worden. Über
90 Prozent der Lieferungen stammten laut Europol aus China. Die
Behörde stehe im engen Kontakt mit der Europäischen Zentralbank, um
gemeinsam mit den zuständigen Behörden in China die Fälschung
europäischer Währungen zu unterbinden.
Millionen Blüten - aus China
Die Fahnder fingen in der sechs Monate dauernden Aktion insgesamt 79
Pakete mit Falschgeld ab. Allein rumänische Ermittler stellten mehr
als 4,8 Millionen Blüten sicher. Sie hoben zudem ein Lager mit mehr
als 223.000 gefälschten Geldscheinen aus. Auch diese seien aus China
gekommen, teilte Europol mit.
In Portugal, Großbritannien und den USA waren drei Lieferungen mit
mehr als 220.000 gefälschten Münzen abgefangen worden - ebenfalls aus
China.
70 Verfahren laufen
Inzwischen seien nach dem Bericht von Europol 70 Ermittlungsverfahren
gegen die hinter dem Handel stehenden Fälscherbanden eingeleitet
worden. Ob es bereits Festnahmen gab, sei nicht bekannt.
Die Ermittler fanden nicht nur gefälschte Euro, sondern auch
US-Dollar, britische Pfundnoten und Schweizer Franken.
Der Einsatz lief von Juni bis November 2025 und stand unter der
Leitung der Polizeidienste in Österreich, Portugal und Spanien. An
der Aktion waren insgesamt Behörden in 18 Ländern beteiligt, darunter
auch Deutschland.
