«Erfolgsgeschichte»: Baltenstaaten zufrieden mit Anschluss an EU-Netz

11.02.2026 15:49

Estland, Lettland und Litauen sind seit Februar 2025 weg vom
russischen Stromsystem und im EU-Netz. Die Energieminister mahnen
aber trotz erfolgreicher Abkopplung mehr Schutz der Infrastruktur an.

Riga (dpa) - Ein Jahr nach ihrer Abkopplung vom russischen
Energiesystem haben die baltischen Staaten ein positives Fazit ihrer
Anbindung an das westeuropäische Stromnetz gezogen. Litauens
Energieminister Zygimantas Vaiciunas sprach von
einer «Erfolgsgeschichte für uns, für die baltischen Staaten, für

unsere Gesellschaften». Estland, Lettland und Litauen seien nun nicht
mehr von äußeren Kräften erpressbar, sagte er nach einem Treffen in

Riga mit seinen für Kollegen Kaspars Melnis (Lettland) und Andrus
Sutt (Estland).

In einem historischen Schritt hatten sich Estland, Lettland und
Litauen am 8. Februar 2025 aus dem gemeinsamen, synchron geschalteten
Stromnetz mit Russland und Belarus gelöst, dem sie seit Sowjetzeiten
angehörten. Einen Tag später integrierten die drei EU- und
Nato-Staaten ihre Stromnetze dann in das europäische System. Damit
erlangten sie volle Kontrolle über ihre Stromnetze wieder. 

Mehr Schutz und Sicherheit

«Wir profitieren von einem sichereren und widerstandsfähigeren
Energiesystem», sagte Vaiciunas. Auch Melnis und Sutt sprachen von
einer großen Errungenschaft. Das System sei trotz einiger Vorfälle,

bei denen Leitungen und Kabel in der Ostsee beschädigt wurden, stabil
und Versorgungssicherheit stets gewährleistet gewesen. 

Alle drei Minister verwiesen auf die Notwendigkeit, den Schutz
kritischer Energie-Infrastruktur in Europa zu erhöhen. «Es geht um

physische Sicherheit, es geht um Cybersicherheit, es geht um
vertrauenswürdige Lieferanten», betonte Sutt. Auch sei es wichtig,
Russlands Schattenflotte so streng wie möglich zu kontrollieren.