Industrie wünscht sich von EU Krisenmanagement wie bei Covid
11.02.2026 18:46
Spitzenpolitiker und Top-Manager diskutieren über die schwierige Lage
der europäischen Industrie. Die wünscht sich von der EU sowie den
Mitgliedsländern Entschlossenheit - und konkrete Schritte.
Antwerpen (dpa) - Mit Blick auf die schwierige Wirtschaftslage
fordert Europas Industrie ein politisches Vorgehen wie in der
Corona-Pandemie. «Dank Ihrer Führungsstärke konnte die Covid-Krise
überwunden und Maßnahmen ergriffen werden, die zuvor als unmöglich
galten. Wir brauchen denselben Ansatz für die industrielle
Wettbewerbsfähigkeit», heißt es in der bei einem Industriegipfel
beschlossenen Erklärung, gerichtet an Staats- und Regierungschefs der
EU. Bei dem Treffen in der belgischen Hafenstadt Antwerpen waren
Vertreter der Wirtschaft mit Bundeskanzler Friedrich Merz,
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und weiteren
EU-Spitzenpolitikern zusammengekommen.
Der Vorstandschef des deutschen Chemiekonzerns BASF, Markus Kamieth,
sagte, man sei immer noch zu langsam und zu zögerlich bei der
Umsetzung der mutigen Lösungen. «Die europäische Industrie steht
unter beispiellosem Druck», betonte Kamieth. Konkret fordern die
Industrievertreter in ihrer Erklärung eine Senkung der Energiekosten
und Freihandelsabkommen, die mehr Exporte ermöglichen. Zudem sprechen
sie sich für mehr Zuschläge bei öffentlichen Ausschreibungen für
europäische Produkte aus.
Um die wirtschaftlichen Schäden durch die zu bewältigen und
gleichzeitig die Wirtschaft zu modernisieren, wurde in der
Corona-Pandemie ein milliardenschwerer EU-Fördermitteltopf
geschafften. Er sollte den 27 EU-Staaten helfen, wieder auf die Beine
zu kommen. Dafür wurden in der EU erstmals im großen Stil gemeinsam
Schulden gemacht.
