Merz widerspricht Macron bei Bevorzugung von EU-Unternehmen

11.02.2026 19:55

Europäische Spitzenpolitiker wollen die Industrie schützen. Beim
«Wie» sind sie sich noch nicht bei allen Vorschlägen einig.

Antwerpen (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz lehnt eine umfassende
Bevorzugung europäischer Produkte bei Verwendung öffentlicher Gelder
zur Stärkung der Wirtschaft des Kontinents ab. Er setze sich für
einen Ansatz «Made with Europe» («Mit Europa gemacht») ein, so Merz

bei einem Gipfeltreffen mit Wirtschaftsvertretern und anderen Staats-
und Regierungschefs in Antwerpen.

Der Bundeskanzler stellt sich damit gegen den französischen
Präsidenten Emmanuel Macron, der Quoten für Produkte «Made in Europe
»
(«In Europa gemacht») einführen will. Macron bemängelte, dass Europ
a
oft in nicht-europäische Lösungen investiere. Dazu fand er in der
belgischen Hafenstadt deutliche Worte: «Wir sind verrückt.»

«Made in Europe» könnte zu eng gefasst sein, mahnte Merz. Europäisc
he
Präferenzregeln müssten «klug» eingesetzt werden - nur für kritis
che,
strategische Sektoren und nur als letztes Mittel. «Und wir brauchen
unsere Handelspartner, wir müssen sie einbeziehen», so der
CDU-Politiker.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich offen für
den französischen Vorstoß, knüpfte ihn aber auch an Bedingungen. Eine

bevorzugte Behandlung europäischer Firmen müsse mit den industriellen
Prioritäten in Einklang stehen und auf einer soliden wirtschaftlichen
Analyse beruhen. Präsident Macron wirbt seit langem für die
eingebaute Präferenz bei öffentlichen Investitionen, die auch als
«Buy European» («Kauf europäisch») bekannt ist.