China verhängt endgültig Zölle auf EU-Milchprodukte
12.02.2026 10:25
Im eisigen Verhältnis mit Brüssel verhängt Peking erneut Zölle auf
importierte EU-Waren. Diesmal sind auch deutsche Firmen betroffen.
Warum hat China Milchprodukte untersucht?
Peking (dpa) - China verhängt endgültig Zölle gegen eine Reihe
importierter Milchprodukte aus der Europäischen Union. Betroffen sind
laut Angaben des Handelsministeriums in Peking auch deutsche
Hersteller. Die Aufschläge beliefen sich auf bis zu 11,7 Prozent,
teilte die Behörde mit. Damit setzte China die Raten, die ab diesem
Freitag gelten, niedriger an als die im Dezember verhängten
vorläufigen Zölle zwischen 21,9 und 42,7 Prozent.
Die Aufschläge gelten den Angaben zufolge über die kommenden fünf
Jahre für bestimmte Sorten frischen sowie verarbeiteten Käses sowie
Milch und Sahne über einem gewissen Fettgehalt, die in erster Linie
zum Verzehr gedacht sind.
Wie aus einer Liste der Behörde hervorging, waren neben deutschen
Produzenten auch Firmen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden,
Spanien und Italien betroffen. Die Zollsätze schwanken demnach je
nach Firma zwischen 7,4 und 11,7 Prozent. Direkte Auswirkungen für
Verbraucher in Europa dürften die Zölle indes nicht haben.
Warum China ermittelt hat
Seit August 2024 hatte das Handelsministerium die Produkte wegen
mutmaßlich unfairer Subventionen untersucht. Wie schon in anderen
Fällen etwa gegen aus der EU importierte Schweinefleischprodukte oder
Weinbrand bestätigte Peking am Ende den Anfangsverdacht. Ein Sprecher
des chinesischen Handelsministeriums betonte, die Untersuchung sei
nach Prinzipien der Fairness, Unparteilichkeit und Offenheit
verlaufen.
Im aktuellen Fall erklärte das Handelsministerium, die importierten
Milcherzeugnisse aus der EU seien subventioniert und schädigten damit
chinesische Milchprodukte-Hersteller.
Pekings Untersuchungen gelten als Gegenmaßnahme zu den von Brüssel im
November 2024 eingeführten Zöllen auf Elektroautos, die in China
hergestellt wurden. Im Fall der Milcherzeugnisse hatte sich die
EU-Kommission bereits im Dezember besorgt über die Verhängung
vorläufiger Aufschläge geäußert.
