Ermittlungen gegen EU-Kommission wegen Immobilienverkäufen

12.02.2026 16:37

Ein Hunderte Millionen schwerer Immobiliendeal zwischen der
EU-Kommission und Belgien ruft die Europäische Staatsanwaltschaft auf
den Plan. Die Behörde sammelt Beweise - es gibt Durchsuchungen.

Brüssel (dpa) - Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) ermittelt
gegen die Europäische Kommission. Es geht um den Verkauf von
Immobilien an den belgischen Staat, wie die Europäische Kommission
selbst bestätigte. In Räumen der Brüsseler Behörde gab es laut
informierten Kreisen Durchsuchungen. Auch bei der belgischen
staatlichen Investmentgesellschaft SFPIM, über die der Immobiliendeal
lief, fanden Durchsuchungen statt, wie sie bestätigte. EPPO teilte
darüber hinaus mit, dass sie im Rahmen einer laufenden Untersuchung
Beweismittel sammele.

Ein Sprecher der Kommission teilte mit, man habe Kenntnis von den
laufenden Ermittlungen. Demnach gehe es um den Verkauf von 23
Gebäuden der Kommission an den belgischen Staat im Jahr 2024. Damals
hatte die EU-Kommission angekündigt, dass der belgische Staatsfonds
die Gebäude für einen Betrag von 900 Millionen Euro erwerben werde.
Der Verkauf werde eine Umgestaltung des Europaviertels in einen
modernen, attraktiven und grüneren Stadtteil ermöglichen, hieß es in

der Mitteilung Ende April 2024. 

Zuvor hatte es laut der Mitteilung eine öffentliche Ausschreibung
gegeben, die der belgische Staatsfonds gewann. Die Europäische
Kommission hatte sich damals zum Ziel gesetzt, ihre Bürofläche bis
2030 um 25 Prozent zu reduzieren. 

EU-Kommission: Verfahren war ordnungsgemäß 

Der Sprecher der EU-Kommission teilte nun mit, man sei zu Transparenz
und Rechenschaftspflicht verpflichtet und werde uneingeschränkt mit
der EPPO sowie den zuständigen belgischen Behörden zusammenarbeiten.
Zudem hieß es: «Nach Kenntnis der Europäischen Kommission erfolgte
der Verkauf der Gebäude gemäß den festgelegten Verfahren und
Protokollen, und wir sind zuversichtlich, dass der Prozess
ordnungsgemäß durchgeführt wurde.»

Die belgische Investmentgesellschaft teilte mit, dass ihre
Geschäftstätigkeit normal weiterlaufe. Sie kooperiere uneingeschränkt

mit den zuständigen Behörden.

Die EPPO wollte zunächst keine weiteren Details zu der Untersuchung
nennen, «um die laufenden Verfahren und deren Ergebnis nicht zu
gefährden». Die Institution ermittelt und verfolgt Straftaten, die
die finanziellen Interessen der Europäischen Union betreffen.