Europa-Abgeordnete bitten IOC in Helm-Eskalation um Umdenken
13.02.2026 04:30
Sind die Fotos getöteter Sportler eine politische Botschaft oder
Zeichen des Gedenkens? Das IOC hat den Ukrainer Wladislaw
Heraskewytsch ausgeschlossen. Die falsche Entscheidung, sagen
EU-Abgeordnete.
Straßburg (dpa) - Mehrere Europa-Abgeordnete positionieren sich gegen
den Olympia-Ausschluss des ukrainischen Skeleton-Piloten Wladislaw
Heraskewytsch. «Wir halten den Ausschluss von Wladyslaw Heraskewytsch
und das Verbot des Helmes für falsch. Die Sanktionierung des
Gedenkens birgt die Gefahr, selbst als politische Entscheidung
wahrgenommen zu werden und damit den olympischen Gedanken zu
untergraben», schrieben rund 40 Abgeordnete des Europäischen
Parlaments um Initiator Erik Marquardt (Grüne) in einem Brief an das
Internationale Olympische Komitee. «Wir fordern das IOC daher
dringend auf, diese Entscheidung zu überdenken.»
Das IOC hatte den ukrainischen Skeletoni von den Wettbewerben in
Italien ausgeschlossen. Heraskewytsch wollte mit einem Helm antreten,
auf dem Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen sind,
die infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine ums Leben
gekommen sind.
Europa-Abgeordnete: Erinnerung an Kriegsleid ist keine Propaganda
«Eine Erinnerung an das Leid des Krieges und die in einem
völkerrechtswidrigen Krieg getöteten Sportlerinnen und Sportler ist
keine Propaganda oder politische Demonstration. Dieses Gedenken ist
Ausdruck von Respekt und Erinnerung. Damit entspricht es dem Kern des
olympischen Gedankens», heißt es in dem Brief.
Die rund 40 Abgeordneten kommen aus den Fraktionen der Grünen,
Sozialdemokraten, Linken, Liberalen und der konservativen EVP, zu der
auch CDU und CSU gehören.
