Orban: Ungarns Opposition ist Werk von Berlin und Brüssel
14.02.2026 12:51
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban greift die Opposition
an: Tisza sei eine «Schöpfung Brüssels». Was hinter dem Vorwurf
steckt.
Budapest - Nach Darstellung des ungarischen Ministerpräsidenten
Viktor Orban ist die Oppositionspartei Tisza, gegen die er die
nächste Parlamentswahl verlieren könnte, von deutschen Politikern und
der EU erschaffen worden. «Tisza ist eine Schöpfung Brüssels. Die
Deutschen wissen, dass sie eine ungarische Partei brauchen», sagte
Orban in Budapest in einer Rede zur Lage der Nation vor einem
handverlesenen Publikum von Anhängern. Die Deutschen, der Vorsitzende
der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, und
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hätten die Partei
gegründet.
Orbans Partei Fidesz war im Streit um Rechtsstaatsprinzipien 2021 aus
der EVP ausgetreten. Im Juni 2024 schlossen sich die
Tisza-Abgeordneten im EU-Parlament der EVP-Fraktion an, der auch CDU
und CSU angehören.
Am 12. April wird in Ungarn ein neues Parlament gewählt. Zum ersten
Mal seit 16 Jahren läuft der 63-jährige Rechtspopulist Orban Gefahr,
diese Wahl zu verlieren. Die Oppositionspartei Tisza unter der
Führung von Peter Magyar liegt in den Umfragen seit Monaten vor
Fidesz.
