Tausende EU-Fachkräfte arbeiten in Hessen als Helfer
16.02.2026 03:30
In Hessen arbeiten viele qualifizierte EU-Fachkräfte in Helferjobs.
In einigen Kreisen liegt der Anteil bei mehr als 40 Prozent.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Tausende Fachkräfte aus EU-Ländern sind in
Hessen in Helferjobs tätig. Das geht aus der Antwort von
Arbeitsministerin Heike Hofmann auf eine kleine Anfrage des
fraktionslosen Landtagsabgeordneten Sascha Herr im Wiesbadener
Landtag hervor.
Zum Stichtag 31. Mai 2025 waren demnach von 82.576 sozialversichert
beschäftigten EU-Ausländern mit anerkanntem Berufsabschluss laut der
Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit 23.117 als
Helfer beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von rund 28 Prozent.
Von 37.265 EU-Ausländern mit akademischem Berufsabschluss waren es
demnach 3.544 und somit rund 9,5 Prozent.
Der Anteil der EU-Fachkräfte mit anerkanntem Berufsabschluss in
Helferjobs ist den Angaben zufolge in den Kreisen Wetterau und
Vogelsberg mit jeweils 41,8 Prozent und Hersfeld-Rotenburg mit 40,1
Prozent überdurchschnittlich hoch.
Land sieht kein Risiko für Fehlsteuerung
«Das Risiko einer Fachkräftefehlsteuerung bei der Gruppe der
EU-Bürger besteht aus Sicht der Landesregierung nicht», erklärte die
Ministerin. Das Land ergreife zahlreiche Maßnahmen, um Talente aus
dem Ausland zu gewinnen, erklärte Hofmann.
Wichtige Bausteine seien die hessischen Welcomecenter. Die Standorte
Frankfurt-Rhein-Main, Nord- und Mittelhessen sollen als zentrale
Anlauf-, Service- und Beratungsstelle für internationale Arbeits-,
Fach- und Führungskräfte, Auszubildende und Studierende sowie deren
Familien im In- und Ausland dienen. Außerdem stehen sie Unternehmen,
Betrieben und Verwaltungen bei der Beschäftigung und Ausbildung
internationalen Personals unterstützend zur Seite.
Zudem habe die Landesregierung mit dem Integrationsbonus hiesigen
Unternehmen und Trägern aus den Bereichen Kinder-, Jugend- und
Eingliederungshilfe sowie Pflege dabei geholfen, über Deutschland
hinaus Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und nachhaltig zu
binden, führte Hofmann aus. In 42 Einrichtungen und Betrieben mit bis
zu 100 Beschäftigten sei mit dem Personalkostenzuschuss von bis zu
12.000 Euro die Durchführung betrieblicher Integrationsmaßnahmen
gefördert worden.
