Experten: EU muss mehr für Klimaanpassung tun

17.02.2026 00:01

Dürre und Sturmfluten: Die Gefahren des Klimawandels in Europa zeigen
sich in Extremen. Um Schäden abzuwenden, müssen EU-Staaten an einem
Strang ziehen - auf allen Ebenen. Das mahnen Klimaforscher an.

Kopenhagen (dpa) - Hitzewellen, Waldbrände, Überschwemmungen: Die EU
muss sich nach Einschätzung von Klimaforschern dringend stärker auf
die Risiken vorbereiten, die mit dem Klimawandel verbunden sind. Vor
allem müsse der Einsatz besser koordiniert werden, mahnt der
Europäische Wissenschaftliche Beirat zum Klimawandel in einem Bericht
an. 

«Wetter- und klimabedingte Extremereignisse verursachen bereits heute
schwere Verluste in ganz Europa», sagte der deutsche
Beiratsvorsitzende Ottmar Edenhofer einer Mitteilung zufolge. «Allein
extreme Hitze hat in den letzten Jahren zu Zehntausenden vorzeitigen
Todesfällen geführt.» Dazu kämen neben den Schäden an Ökosystem
en
wirtschaftliche Schäden von durchschnittlich rund 45 Milliarden Euro
pro Jahr.

Gefahren könnten sich weiter verschärfen

Diese Gefahren dürften sich weiter verschärfen, so der Beirat mit
Sitz in Kopenhagen. Europa erwärme sich etwa doppelt so schnell wie
der globale Durchschnitt - die Auswirkungen seien in allen Regionen
spürbar. Neben dem Klimaschutz sei die Klimaanpassung entscheidend.

Der Beirat schlägt mehrere Maßnahmen vor, um die EU
widerstandsfähiger zu machen - darunter «verbindliche und
einheitliche Klimarisikobewertungen». Außerdem empfiehlt er eine
klare gemeinsame «Vision für eine klimaresistente EU bis 2050», die
Mobilisierung öffentlicher und privater Investitionen und die
Verankerung des Themas in allen Politikbereichen. Die EU solle sich
auf verschiedene Zukunftsszenarien vorbereiten und Maßnahmen zur
Klimaanpassung laufend überwachen und auswerten, hieß es.