EU setzt Vietnam auf schwarze Liste der Steueroasen
17.02.2026 13:54
Eine Steuerparadies-Liste der EU soll bestimmte Staaten und Gebiete
dazu bewegen, ihre Praktiken zu ändern. Neben Vietnam gehört auch ein
weiteres Gebiet neu zur Gruppe.
Brüssel (dpa) - Die EU-Staaten setzen Vietnam und die britischen
Turks- und Caicosinseln auf die schwarze Liste für Steueroasen. Das
südostasiatische Land und die Inselgruppe in der Karibik hielten
international vereinbarte Standards für Steuertransparenz und faire
Besteuerung nicht ein, lautete die Begründung aus Brüssel.
Außerdem beschlossen die Finanz- und Wirtschaftsminister der EU,
Fidschi, Samoa sowie Trinidad und Tobago von der schwarzen Liste zu
streichen, «nachdem sie langfristige Mängel erfolgreich behoben
haben», hieß es in einer Mitteilung zu dem Treffen.
Zehn Länder um Russland auf der Liste
Aktuell stehen auf der Liste damit zehn Länder beziehungsweise
Steuergebiete, denen zweifelhafte Steuerpraktiken vorgeworfen werden:
Amerikanisch-Samoa, Anguilla, Guam, Palau, Panama, Russland, die
Turks- und Caicosinseln, die Amerikanischen Jungferninseln, Vanuatu
und Vietnam. Mit der Nennung auf der schwarzen Liste will die EU die
betroffenen Staaten in erster Linie durch Anprangern zum Einlenken
bewegen.
Die «Liste nicht kooperativer Länder und Gebiete für Steuerzwecke»
war im Dezember 2017 nach Enthüllungen in den «Panama Papers» und den
«Paradise Papers» über Firmengeflechte und Briefkastenfirmen in
Steuerparadiesen erstellt worden. Sie wird zweimal jährlich
aktualisiert.
