Griechenland setzt auf abschreckende Wirkung von Rückführungszentren

18.02.2026 12:30

Athen plant zusammen Berlin und anderen Hauptstädten sogenannte
Return Hubs in Drittstaaten. Was sich die Regierung davon verspricht.

Athen (dpa) - Griechenland treibt die Schaffung von
Rückführungszentren für abgelehnte Asylbewerber in Drittländern
außerhalb der EU voran. Diese sollen «idealerweise in afrikanischen
Staaten entstehen, die bereit wären, abgelehnte Asylbewerber
aufzunehmen», sagte Migrationsminister Thanos Plevris im griechischen
Fernsehen (ERT). 

Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte bereits im
Januar angekündigt, dass Deutschland in einer Arbeitsgruppe mit
Griechenland, Österreich, Dänemark und den Niederlanden
Vereinbarungen für solche Rückführungszentren getroffen habe.
Zusammen solle ein Fahrplan erarbeitet werden, mit welchen
Drittstaaten «innovative Modelle» entwickelt werden könnten. Auch
Plevris nannte nun diese Partner-Länder in der EU.

Auf europäischer Ebene wollen die gesammelten EU-Staaten die
Rechtsgrundlagen dafür schaffen, um in Drittstaaten
Rückführungszentren einrichten zu können. 

Wirkung auf potenzielle Migranten

Ziel sei es, Menschen, deren Asylanträge abgelehnt werden und die
nicht in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden könnten, in dies
en
Zentren unterzubringen, sagte der griechische Minister. Er betonte,
dass bereits die Aussicht auf eine Rückführung in ein solches
Drittland abschreckend auf potenzielle Migranten wirken könne. Er
kündigte an, das Konzept in den kommenden Monaten in Abstimmung mit
der europäischen Rückkehrgesetzgebung weiter auszuarbeiten.

Gleichzeitig räumte der griechische Migrationsminister ein, dass das
grundlegende Problem für sein Land weiterhin die geringe Zahl
tatsächlicher Rückführungen sei. Griechenland führe zwischen 5.000

und 7.000 Migranten jährlich zurück - eine Zahl, die angesichts der
mehr als 40.000 ankommenden Migranten im Jahr als unzureichend
angesehen werde.