Wegen Ukraine-Krieg: Slowakei ruft «Erdöl-Notstand» aus
18.02.2026 13:16
Weil das Öl aus Russland nicht fließt, droht Benzinknappheit an
slowakischen Tankstellen. Um das zu verhindern, beschließt die
Regierung eine Notmaßnahme.
Bratislava (dpa) - Die slowakische Regierung hat einen ab Donnerstag
geltenden «Erdöl-Notstand» ausgerufen, wie die Nachrichtenagentur
TASR berichtete. Das erlaubt ihr die Freigabe von Notfallreserven,
die in staatlichen Speichern gelagert sind, an die Raffinerie
Slovnaft. Damit soll gesichert werden, dass die Versorgung der
Tankstellen im Land nicht zusammenbricht.
Hintergrund für die Maßnahme ist, dass seit Ende Januar kein Erdöl
mehr über die Druschba-Pipeline über die Ukraine aus Russland fließt.
Davon war die Ölversorgung der Slowakei ebenso wie Ungarns bisher
weitgehend abhängig. Slovnaft steht im Mehrheitsbesitz der
ungarischen MOL und hat in der Slowakei eine De-facto-Monopolstellung
bei der Versorgung mit Benzin und Diesel.
Slowakei ist noch immer abhängig von russischem Öl
Slovnaft hat zwar inzwischen auch die Möglichkeit, einen Teil des
benötigten Erdöls über die durch Ungarn ins Land führende Ölpipel
ine
Adria aus Kroatien zu beziehen. Nach Angaben der Raffinerie soll es
aber noch 20 bis 30 Tage dauern, bis diese Kapazitäten voll genutzt
werden können. Diese Zeit soll nun der Staat überbrücken. Zugleich
kündigte Slovnaft an, bis auf weiteres seine Erdöl-Hilfslieferungen
an die Ukraine einzustellen, weil man alles Öl zur eigenen Versorgung
brauche.
Die Druschba-Pipeline ist nach ukrainischen Angaben durch russische
Bombardierungen unterbrochen. Der slowakische Ministerpräsident
Robert Fico beschuldigt die ukrainische Führung jedoch, die
Wiederaufnahme der Lieferungen absichtlich zu verhindern. Aus
ukrainischer Sicht trägt der Kauf von Gas und Öl aus Russland durch
die Slowakei und Ungarn zur Finanzierung des russischen
Angriffskriegs bei.
