EZB-Chefin Lagarde tritt Mutmaßungen um Rücktritt entgegen

20.02.2026 09:44

Zuletzt gab es Berichte, Christine Lagarde könne die EZB vor Ende
ihrer Amtszeit im Oktober 2027 verlassen - aus politischen Gründen.
Nun wurde sie mit der Frage konfrontiert.

New York (dpa) - EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist Spekulationen
über einen vorzeitigen Rücktritt von ihrem Posten ein Stück weit
entgegengetreten. «Wenn ich auf all die Jahre zurückblicke, denke
ich, dass wir viel erreicht haben, dass ich viel erreicht habe»,
sagte die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) dem «Wall Street
Journal». Nun müsse sichergestellt werden, dass dies wirklich solide
und zuverlässig sei. «Daher gehe ich davon aus, dass dies bis zum
Ende meiner Amtszeit dauern wird», sagte Lagarde.

Allerdings wollte sie einen Bericht der «Financial Times» über
Rücktrittspläne nicht direkt kommentieren, wie es weiter hieß.

Lagarde regulär noch bis Ende Oktober 2027 im Amt

Der Bericht hatte Spekulationen über einen Rücktritt neue Nahrung
gegeben. Demnach will Lagarde noch vor der französischen
Präsidentschaftswahl die EZB verlassen. Die Wahl soll im April 2027
stattfinden. Hintergrund sind offenbar Sorgen, dass Rechtspopulisten
die Wahlen in Frankreich gewinnen könnten, was die Neubesetzung der
EZB-Spitze erschweren würde.

Lagarde hatte ihr Amt am 1. November 2019 als Nachfolgerin des
Italieners Mario Draghi angetreten. Berufen wird der Präsident oder
die Präsidentin der EZB für acht Jahre. Lagarde ist also regulär noch

bis Ende Oktober 2027 im Amt.

Mit Blick auf die Spekulationen über ein vorzeitiges Amtsende hatte
eine Sprecherin der Notenbank zur Wochenmitte auf Anfrage mitgeteilt:
«Präsidentin Lagarde konzentriert sich voll und ganz auf ihre Aufgabe
und hat noch keine Entscheidung über das Ende ihrer Amtszeit
getroffen.» Die Formulierung weicht allerdings von früheren Aussagen
der EZB ab. Noch im vergangenen Jahr hatte es geheißen, Lagarde sei
«entschlossen, ihre Amtszeit zu Ende zu führen».