EZB verhängt Millionenstrafe gegen US-Großbank J.P. Morgan

20.02.2026 10:50

Die EZB nimmt das amerikanische Geldhaus ins Visier, weil es den
Aufsehern über Jahre falsche Zahlen gemeldet habe. Damit hat J.P.
Morgan zum zweiten Mal binnen weniger Monate Ärger mit Behörden.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Bankenaufsicht der Europäischen
Zentralbank verhängt zwei Geldstrafen von insgesamt rund 12,2
Millionen Euro gegen die US-Bank J.P. Morgan. Grund seien falsche
Angaben zu Kapitalanforderungen, teilte die EZB in Frankfurt mit.

Die Bank habe zwischen 2019 und 2024 niedrigere sogenannte
risikogewichtete Aktiva gemeldet, als sie hätte an die Bankenaufseher
übermitteln müssen. J.P. Morgan SE habe mit den falsch berechneten
Zahlen verhindert, dass die Aufseher einen umfassenden Überblick über
ihr Risikoprofil erhielten, kritisierte die EZB, die die größten
Banken im Euroraum überwacht.

Risikogewichtete Aktiva sind ein Maß für die Risiken, die eine Bank
in ihren Büchern hat. Sie dienen Banken als Grundlage für die
Berechnung ihrer Kapitalanforderungen. Wegen der zu niedrig
angegebenen risikogewichteten Aktiva habe die Bank höhere
Kapitalquoten als angebracht gemeldet, erklärte die EZB. Die Quoten
sind Schlüsselindikatoren für die Kapitalstärke von Banken und ihre
Widerstandskraft, um Verluste abzufedern.

J.P. Morgan hatte erst zuletzt Ärger mit Aufsehern

Die Bank habe die Verstöße aufgrund «offensichtlicher Mängel in ihr
en
internen Prozessen mit grober Fahrlässigkeit begangen», bemängelte
die EZB. Interne Kontrollen hätten die Verstöße nicht rechtzeitig
aufgedeckt. Die US-Bank kann die Entscheidung vor dem Gerichtshof der
Europäischen Union anfechten.

Ein Sprecher von J.P. Morgan erklärte, die Bank habe die Probleme
«proaktiv identifiziert und selbst gemeldet». Sie seien nun
vollständig behoben. Die Bank habe «durchweg starke Kapitalpuffer
aufrechterhalten, und unser solider, umsichtiger Ansatz in Bezug auf
die Kapitalausstattung bleibt unverändert».

Erst zuletzt hatte J.P. Morgan Ärger mit Aufsehern. So verhängte die
deutsche Finanzaufsicht Bafin im Herbst eine Rekordstrafe gegen die
Amerikaner von rund 45 Millionen Euro wegen Mängeln in der
Geldwäscheprävention.